Wer Anne-Sophie Mutter nur als Violinistin im Rahmen legendärer Klassik-Werke kennt, für den ist dieses Album eine (positive) Überraschung. Denn in der Reihe „ASM Forte Forward“ widmete sich diese weltberühmte Künstlerin höchst ungewöhnlichen Werken von zwei amerikanischen Komponisten, mit denen sie besonders verbunden ist.
Review: Anne-Sophie Mutter - ASM Forte Forward: American Tunes #1 (2 LP, 180g Vinyl)
Trackliste
Seite 1
André Previn (1929–2019) - Konzert Nr. 2 für Violine und Streichorchester mit zwei Cembalo-Interludien
Uraufführung durch die Trondheim Soloists und Anne-Sophie Mutter (Violine und Leitung), 23. September 2012, Trondheim (Norwegen)
Koproduktion der Trondheim Soloists und des Trondheim Chamber Music Festival
Anne-Sophie Mutter gewidmet
- Molto rubato 8:53
Seite 2
- Slow 8:20
- Fast 5:50
Seite 3
Sebastian Currier (1959) - Ringtone Variations für Violine und Kontrabass
Welturaufführung durch Anne-Sophie Mutter (Violine) und Roman Patkoló (Kontrabass), 6. Juni 2013, Taipeh (Taiwan)
Auftragswerk der Anne-Sophie Mutter Foundation
Anne-Sophie Mutter gewidmet
Part I 3:35
Part II 3:39
Part III 4:58
Seite 4
André Previn - Trio für Violine, Cello und Klavier
Uraufführung durch Anne-Sophie Mutter (Violine), Lynn Harrell (Violoncello) und Sir André Previn (Klavier), 22. April 2009, Carnegie Hall, New York (USA)
Koproduktion von Anne-Sophie Mutter und The Carnegie Hall Corporation
- Spirited 4:18
- Adagio 6:29
- Lively 5:38
Gesamtdauer: 51'40
Im Klappcover dieses Albums findet sich ein eindrucksvoller Text von Anne-Sophie Mutter, der die Essenz der Musik treffend beschreibt: "Hören ist unser erster entwickelter Sinn: Wir hören, bevor wir denken, und bleiben doch unser Leben lang auf der Suche nach dem richtigen Ton. Musik ist für mich diese Suche - eine Einladung, das Bekannte loszulassen und dem Neuen zuzuhören." Nun liegt es an uns, die Doppel-LP aufzulegen und einer Musik zu lauschen, die alles andere als gewöhnlich ist.
Der erste Teil (auf den Seiten 1 und 2) präsentiert eine Weltpremiere aus dem Jahr 2012, die Anne-Sophie Mutter zusammen mit den Trondheim Soloists und Knut Johannessen eingespielt hat. Es handelt sich um das "Konzert Nr. 2 für Violine und Streichorchester mit zwei Cembalo-Interludien", komponiert von ihrem früheren Ehemann André Previn. Die künstlerische Verbindung von zeitgenössischer Klassik und Barockmusik ist zweifellos außergewöhnlich und setzt hier einen bemerkenswerten Akzent.
Auf der vierten Albumseite finden wir ein weiteres Stück von Previn: das "Trio für Violine, Cello und Klavier" - ebenfalls als Weltpremiere, aufgenommen 2009 in der Carnegie Hall. Auch dieses Klaviertrio entfaltet einen spannenden Dialog zwischen amerikanischer Musik mit Jazz-Elementen und Barock. Denkt hier jemand an Gershwin?
Auf LP-Seite 3 erwartet uns ein ganz besonderes Werk, das der US-amerikanische Komponist Sebastian Currier speziell für Anne-Sophie Mutter geschrieben hat. Hier konnte sie ihre gesamte Virtuosität unter Beweis stellen, denn das Duett mit dem Kontrabassisten Roman Patkoló stellt für beide eine Herausforderung dar - sowohl in Bezug auf die Tempi als auch auf die komplexen Wendungen. Diese "Ringtone Variations" fordern die Künstler bis an ihre Grenzen, die, wie man deutlich hören kann, von den Protagonisten meisterhaft ausgelotet wurden. Klingeltöne einmal anders! Übrigens ist auch dieses Stück eine Weltpremiere, aufgenommen im Jahr 2013.
Klanglich ist diese Schallplatte gelungen, jedoch weist mein Exemplar leider einige deutliche presstechnische Mängel auf.
Fakten
• Veröffentlichung: 21. August 2026
• Label: Alpha Classics
• Katalog-Nummer: ALPHA 1255
• Pressung:
• Pressqualität*: 3
• Inhalt: 2x 180g Vinyl
• Besonderheit: Klappcover
• Aufnahmen: siehe Trackliste
• Genre: Klassik, Orchester, Sinfonie
Besetzung
Seite 1 und 2:
Anne-Sophie Mutter - Violine
Knut Johannessen - Cembalo
Mutter's Virtuosi
Ye-Eun Choi - Violine
Wei Lu - Violine
Mikhail Ovrutsky - Violine
Nancy Zhou - Violine
Albrecht Menzel - Violine
Agata Szymczewska - Violine
Noa Wildschut - Violine
Vladimir Babeshko - Viola
Hwayoon Lee Viola - Violoncello
Maximilian Hornung - Violoncello
Kian Soltani - Violoncello
Benedict Kloeckner - Violoncello
Roman Patkoló - Kontrabass
Knut Johannessen - Cembalo
Seite 3:
Anne-Sophie Mutter - Violine
Roman Patkoló - Kontrabass
Seite 4:
Anne-Sophie Mutter - Violine
Daniel Müller-Schott - Violoncello
Lambert Orkis - Klavier
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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