Henry St. Claire Fredericks Jr., besser bekannt als Taj Mahal, gilt zweifellos als lebende Legende und zählt zu den bedeutendsten Vertretern der amerikanischen Roots-Musik. Kurz vor seinem 84. Geburtstag veröffentlichte er sein neues Album "Time", das er erneut gemeinsam mit der Phantom Blues Band aufgenommen hat. Es sorgte für Begeisterung beim Rezensenten!
Review: Taj Mahal & Phantom Blues Band - Time (LP, Vinyl)
Trackliste
Seite 1
1. Life of Love
2. Wild About My Lovin’
3. Crazy About A Jukebox
4. Time
5. You Put The Whammy On Me
Seite 2
6. Talkin' Blues
7. Sweet Lorene
8. Ask Me About Nothing (But The Blues)
9. It's Your Voodoo Working
10. Rowdy Blues
Taj Mahal hat bereits fünf Grammys gewonnen und wurde 2014 von der Americana Music Association mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Diese Ehrung ist mehr als verdient, denn kaum ein anderer Musiker vereint so viele amerikanische Roots-Musikstile: von Country-Blues und New Orleans über Reggae, Cajun und Gospel bis hin zu Bluegrass sowie afrikanischen und karibischen Musiktraditionen. Vieles davon ist auf seinem Album "Time" zu hören, wobei hier ein besonderes Augenmerk auf einen bestimmten Aspekt gelegt wird.
Im Mittelpunkt steht der titelgebende Song "Time", eine bisher unveröffentlichte Komposition von Bill Withers. Taj Mahal verband mit dem berühmten US-amerikanischen Sänger und Songwriter nicht nur eine Freundschaft, er schätzte auch die Ehrlichkeit in Withers' Musik. Produzent Steve Berkowitz, der unter anderem für Jeff Buckley, Derek Trucks, Leonard Cohen, Tony Bennett und Branford Marsalis gearbeitet hat, kam noch zu Withers' Lebzeiten auf die Idee, dass "Time" hervorragend zu Mahal passen würde.
So entstand ein Stück, das die Aura von Bill Withers mit der musikalischen Sprache von Taj Mahal verbindet: eine elegante und soulige Ballade, untermalt von sanften Bläsern, Akustikgitarre und Background-Gesang. Ohne Zweifel ist dies ein Höhepunkt des Albums, doch jede andere Nummer hat ihre eigenen Qualitäten, der Groove und die Rhythmen sind an jeder Stelle der LP verführerisch.
Ein großer Anteil daran hat die Phantom Blues Band, mit der Mahal schon lange zusammenarbeitet und mit der er bereits 1997 einen Grammy für "Señor Blues" erhielt. Die Formation setzt sich aus Johnny Lee Schell (Gitarre, Gesang), Joe Sublett (Saxofon), Darrell Leonard (Trompete), Larry Fulcher (Bass) und Tony Braunagel (Schlagzeug) zusammen.
Besonders hervorzuheben wären die Reggae-Nummern "Wild About My Lovin'" und natürlich "Talkin' Blues" mit Gastsänger Ziggy Marley. In "Sweet Lorene" zeigt Mahal sein Talent als R&B-Shouter und versprüht grandioses 60er-Feeling. Seine raue Stimme ist nicht nur fantastisch, sondern auch äußerst wandlungsfähig, was er eindrucksvoll in der anschließenden Soul-Ballade "Ask Me About Nothing (But The Blues)" unter Beweis stellt. Wobei in dieser Nummer neben den Bläsern auch die Hammondorgel von Mick Weaver sehr schön zur Geltung kommt.
Ganz ehrlich, ich kann keinen klaren Favoriten benennen, denn jeder einzelne Track dieser fantastischen Schallplatte bereitet mir pure Freude. Tanzbar, zum Mitgrooven und Abfeiern – "Time" ist ein absolutes Highlight. Ist das ein Kandidat für den nächsten Grammy?
Fakten
• Veröffentlichung 1. Mai 2026
• Label: Resonatin’ Records / Thirty Tigers
• Katalog-Nummer: 23080LP
• Pressung: GZ Media
• Pressqualität*: 3-4
• Inhalt: 150g Vinyl
• Besonderheit: Klappcover
• Aufnahmen: Ultratone Studio in Studio City CA/USA und FHQ Funk Headquarters in New Orleans, USA
• Genre: Blues, New Orleans, Soul, R&B, Reggae
Besetzung
• Taj Mahal - Guitar, Harmonica, Lead Vocals, Ukulele
• Joe Sublett - Guitar, Baritone & Tenor Saxophone, Vocals, Background Vocals
• Johnny Lee Schell - Guitar, Engineer, Mixing, Producer
• Jon Cleary - Acoustic & Electric Guitar, Hammond Organ, Percussion, Piano, Background Vocals
• Mike Finnigan - Keyboards
• Mick Weaver - Hammond Organ
• Darrell Leonard - Trumpet
• Lester Lovitt - Trumpet
• Larry Fulcher - Bass, Producer
• Tony Braunagel - Drums, Percussion, Producer
• Lenny Castro - Percussion
• Kudisan Kai - Background Vocals
• Maxayn Lewis - Background Vocals
• Sir Harry Bowens - Background Vocals
Gastmusiker
• Ziggy Marley - Vocals
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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