Wer Florian Gratton, besser bekannt als Flox, noch nicht entdeckt hat, solltest sich unbedingt sein achtes Studioalbum "Thing In Itself" anhören. Die fesselnde Mischung aus Roots-Reggae, Dub, Electro und Nu-Soul enthält auch Texte, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuhören.
Review: Flox - Thing In Itself (LP, 180g Vinyl)
Trackliste
Seite 1
1. Thing in itself 2:43
2. Out of orbit 4:06
3. Same song 3:23
4. Missed a bit of love 4:00
5. All in 3:36
Seite 2
6. Minister of high 4:34
7. Cheer me up 3:46
8. Into the deep 3:59
9. Near me 3:18
10. Mother 3:44
Florian Gratton, in London geboren und seit seinem 11. Lebensjahr in Frankreich lebend, ist ein Musiker, der mit Entschlossenheit und Zielstrebigkeit seinen eigenen Weg geht. Schon in seiner Kindheit erlernte er verschiedene Musikinstrumente; dabei eignete er sich nur das Wissen an, das er für seine persönliche Musik benötigte. Er konzentrierte sich früh auf seine Vision und entwickelte seinen einzigartigen Stil. Mit dem Geld, das er bei einer Computerfirma verdiente, erwarb er ein analoges 12-Spur-Aufnahmegerät, mit dem nach und nach der Klang entstand, den wir heute von ihm kennen.
Doch Flox bedient sich nicht des typischen klassischen Reggae oder Dub, wie man ihn erwarten könnte. "Thing In Itself" ist vielmehr eine Klangpalette, die, neben den mitreißenden Grooves und Rhythmen, eine Fülle an klanglichen Elementen und kreativen Effekten offenbart. Die langsam dahin gleitenden Beats werden durch elektronische Sounds ergänzt, die jedem der zehn Songs eine spannende Inszenierung verleihen. Hier treffen traditioneller Roots-Reggae auf modernen Electro und Rocksteady vereint sich mit französischem Chanson, wie beispielsweise in "Into the Deep", in dem er zwischen Englisch und Französisch wechselt.
Die Klangästhetik ist warm und trotz digitaler Spielereien angenehm ausgewogen.
Für die, die tiefer eintauchen möchten, lohnt es sich, den Texten aufmerksam zuzuhören oder sie auf der LP-Innenhülle nachzulesen. Flox regt den Zuhörer dazu an, empathisch im täglichen Umgang mit anderen Menschen zu sein. Er stellt die Frage: Wenn wir die Welt durch unsere eigene subjektive Linse betrachten, wie können wir dann wirklich mit anderen in Kontakt treten?
Zu jedem Track dieser Schallplatte entstanden folgende (philosophische) Gedanken:
• "Thing in itself": jeder hört, aber nur wenige hören wirklich hin.
• "Out of orbit": Das Leben besteht aus einer Reihe von Episoden des Kontrollverlustes.
• "Same song": Solange unsere Führer uns als Nutzvieh betrachten, werden sich die gleichen menschlichen Tragödien wiederholen.
• "Missed a bit of love": Ein Narzisst kann per Definition nicht aus einer anderen Perspektive sehen.
• "All in": Die Menschheit spielt Poker – mit einem geringen Einsatz.
• "Minister of high": Die Menschen haben sich schon immer berauscht. Wann werden sie es endlich eingestehen?
• "Cheer me up": Wir existieren nur durch andere.
• "Into the deep": Die Begierde sollte die einzige Triebfeder des Daseins sein.
• "Near me": Depressionen sind nicht so dramatisch – der Körper sagt lediglich: "Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich mache eine Pause."
• "Mother": Achtung – Mutter Natur wird uns bald eine angemessene Lektion erteilen.
Da ist nicht viel hinzuzufügen, daher wünsche ich viel Freude mit dieser außergewöhnlichen LP!
Fakten
• Veröffentlichung: 20. Februar 2026
• Label: Underdog Records
• Katalog-Nummer: UR850321
• Pressung: optimal media
• Pressqualität*: 4
• Inhalt: 180g Vinyl
• Besonderheit: Innenhülle mit Songtexten bedruckt
• Aufnahmen:
• Genre: Reggae, Dub, Electro-Pop, Nu-Soul, Trip-Hop, Hip-Hop
Besetzung
Flox - vocals, machines
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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