Ein Ereignis auf Vinyl: Shake Stew "Ten One Two"

Yamirah’s Solar Explorers (Schwarz-Weiß-Foto)

Wenn jedes Jubiläumsalbum so außerordentlich fesselnd wäre wie das von "Österreichs Jazzband der Stunde" (Die Zeit), dann hätte die Musikwelt wohl einen ganz anderen Charakter. Shake Stew feiert 2026 ihr zehnjähriges Bestehen mit einem beeindruckenden Doppelalbum, das zum Staunen einlädt. Dieses musikalische Spektakel trägt den Titel "Ten One Two" und bildet eine Art Trilogie, die im Herbst mit "Ten Three" ihren krönenden Abschluss findet. Doch jetzt lassen wir erst einmal den Vorhang heben.

Review: Shake Stew - Ten One Two (2 LP, Colored Vinyl)



Trackliste


Seite 1

1. Wood 10:29
2. Tristan Junk 5:31
3. Bakunawa 6:26

 

Seite 2

4. Ascendance 6:06
5. Searching 6:21
6. Garage 6:37
7. Café San Marco 3:54

 

Seite 3

8. Cherry Pie 7:18
9. The Green Beauty Of The Broken World 7:17
10. Cabanes/Castellon 4:38

 

Seite 4

11. Ibdiss 2:34
12. Free Your Eyes 7:02
13. King Of Thieves 3:30
14. Tiger 4:52
15. Sergio St. Carlos 3:15

"Ten One Two" hat in der Presse bereits großes Lob erhalten – nun ist es an der Zeit für mich, die Vinyl-Ausgabe zu erkunden. Nach der obligatorischen Plattenwäsche und dem Auflegen der beiden farbigen LPs war das Erlebnis selbst für meine verwöhnte Ohren außergewöhnlich. Schon die ersten Töne machten deutlich: Diese beiden Schallplatten klingen nicht nur fantastisch, sie sind auch ein musikalischer Schatz, der nur selten zu hören ist.

 

Shake Stew öffnen mit ihrem Album "Ten One Two" das Fenster zu musikalischen Strömungen jenseits des Jazz und bereichern damit ihren eigenen musikalischen Kosmos mit spannenden Elementen. Oft innerhalb eines Stücks sind die Stilrichtungen so variabel, dass man sie nicht in eine Richtung festlegen kann und auch nicht muss. Der Groove, mitreißende Rhythmen und hypnotische Klänge sind die prägnantesten Merkmale dieses großartigen Albums, das von Anfang an den Zuhörer in seinen Bann zieht.

 

Die Besetzung mit zwei Schlagzeugern, zwei Bassisten und drei Bläsern ist bereits außergewöhnlich, Instrumente wie Log Drums, Kalimba oder Gimbri sind dann noch das i-Tüpfelchen. Die akustische Breite dieser Formation um Gründer Lukas Kranzelbinder ist beeindruckend - durch raffiniert eingesetzte technische Spielereien entstehen immer wieder verblüffende Klangräume. Dass sie dabei immer wieder Solo- oder Duostimmen in den kollektiven Klangkörper überführen, macht den großen Reiz dieser 15 Stücke aus. Das über zehn Minuten lange Stück „Wood“ ist in dieser Hinsicht pure Magie!

 

Aus meiner Sicht integriert diese außergewöhnliche Band afrikanische Elemente und Rhythmen, ohne sie explizit hervorzuheben. Sie fließen nahtlos in die künstlerische Welt von Shake Stew ein, in der Improvisationen wie selbstverständlich in durchgängige Grooves eingebettet sind. Can-artige Trance-Passagen und Krautrock-Elemente zeigen, dass diese Formation keine stilistischen Grenzen kennt.

Ihre Musik spricht damit sowohl junge Zuhörer als auch ältere Jazz-Fans an, die gemeinsam diese kreative Orgie feiern. Daher ist es wenig überraschend, dass sie sowohl im ausverkauften großen Saal des Wiener Konzerthauses als auch in kleinen Clubs oder auf Festivals für pure Begeisterung sorgen.

Mit Auszeichnungen wie den Amadeus Music Awards 2023 und dem Deutschen Jazzpreis 2021 im Gepäck dürften sie in Zukunft auf jeder Bühne für Furore sorgen. Shake Stew sind mehr als nur eine Jazz-Band – sie sind ein musikalisches Happening!


Fakten


• Veröffentlichung: 13. Februar 2026

• Label: Traumton Records

• Katalog-Nummer: Traumton 4739

• Pressung: R.A.N.D Muzik, Leipzig

• Pressqualität*: 4

• Inhalt: 2x 130g farbiges Vinyl (Lila + Gelb)

• Besonderheit: Klappcover, Innenhüllen bedruckt

• Aufnahmen: Juli - August 2025

• Genre: Jazz

Besetzung


• Lukas Kranzelbinder - Kontrabass & E-Bass, Gimbri, Kalimba, Mellotron

• Yvonne Moriel - Alt-Saxofon

• Mario Rom - Trompete

• Johannes Schleiermacher - Tenor Saxofon, Flöte

• Oliver Potratz - Bass

• Nikolaus Dolp - Schlagzeug, Percussion

• Herbert Pirker - Schlagzeug, Percussion

 

Gast

 

• JJ Whitefield - E-Gitarre


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1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt



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