Platte des Monats Mai: "Dove Ellis - Blizzard"

Veröffentlicht am 10. Mai 2026 um 15:00
Dove Ellis vor einer Statue

Ein junger irischer Singer-Songwriter sorgt nicht nur für Aufsehen in den Musikredaktionen namhafter Magazine, sondern auch mit einem unkonventionellen Ansatz für sein Debütalbum "Blizzard", das nun auch auf Vinyl erhältlich ist. Sein Name ist Dove Ellis, und ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft noch viel von ihm hören werden.

Review: Dove Ellis - Blizzard (LP, Vinyl)



Trackliste


Seite 1

1. Little Left Hope
2. Pale Song
3. Love Is
4. When You Tie Your Hair Up

Seite 2

5. Jaundice
6. Heaven Has No Wings
7. It Is A Blizzard
8. Feathers, Cash
9. To The Sandals
10. Away You Stride


Nachdem ich beeindruckt diese LP angehört hatte und darüber nachdachte, an wen mich das erinnert, fiel mir schließlich Jeff Buckley und seine legendäre EP "Live At Sin-é" ein. Obwohl die beiden stimmlich nicht direkt vergleichbar sind, teilen sie doch eine bemerkenswerte Eigenschaft: beide fesseln ihre Zuhörer mit einer außergewöhnlichen Stimme. Was einst das Publikum in einem kleinen Café in New York City begeisterte, funktioniert auch mit den Songs von "Blizzard".

 

Mit seiner Kopfstimme, die mühelos hohe Register erreicht und gleichzeitig fragil wirkt, zieht Dove Ellis die Aufmerksamkeit auf sich – eine Seltenheit in der heutigen Musiklandschaft. Er hat es geschafft, sein selbstproduziertes Album zunächst nur auf Streaming-Plattformen zu veröffentlichen und damit die Aufmerksamkeit vieler Musikrezensenten zu gewinnen. Mittlerweile sind seine kürzlich angekündigten Konzerte in Manchester, Dublin, New York und Los Angeles für Mai innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Das spricht für sich!

 

Nun zu dem physischen Produkt, das ein halbes Jahr nach dem digitalen Debüt endlich als ordentlich gefertigtes Vinyl auf dem Plattenteller liegt. Um es kurz zu machen: "Blizzard" ist ein Singer/Songwriter-Album mit Folk-Elementen, das jedoch nichts mit Lagerfeuer-Romantik zu tun hat. Vielmehr ist es kunstvoll mit wechselnder Instrumentierung inszeniert, darunter Saxophon, Cello und Akkordeon. Einige dieser Elemente entdeckt man erst beim zweiten Hören, was bereits viel über die Qualität der zehn Songs aussagt.

 

Die Musik präsentiert sich in einem beinahe zeitlosen Indie-Folk-Gewand, das sympathisch rumpelt, poltert und schrammelt, meist in Form von Balladen und stets intim gestaltet. Dies ist nicht neu und nicht spektakulär, aber dennoch so fesselnd und vielseitig, wie man es in der heute unübersichtlichen Welt der Alternativmusik selten hört. Übrigens wird Dove gesanglich unterstützt; einige Stücke sind mehrstimmig angelegt. Besonders in "Jaundice" kommt auch der irische Folk-Lokalkolorit zum Vorschein, was dem Ganzen zusätzlichen Charme verleiht.

 

Eine kleine Kritik habe ich jedoch: Was haben sich die Designer beim Beiblatt gedacht? Während das Plattencover noch recht gelungen ist, sind die verschwommenen Songtexte und Informationen zur Besetzung auf der Beilage eine optische Zumutung. Da hilft keine Brille; es sieht aus, als wäre Wasser auf die frische Druckfarbe gekommen. Aber was soll's? Letztendlich zählt die Musik, und die ist von großer Klasse.



Fakten


• Veröffentlichung 15. Mai 2026

• Label: Black Butter / AMF Records

• Katalog-Nummer: BB308LP

• Pressung:

• Pressqualität*: 4

• Inhalt: 180g Vinyl

• Besonderheit: Beiblatt mit Songtexten

• Aufnahmen: 

• Genre: Alternative Pop, Singer/Songwriter, Indie Folk

Besetzung


• Dove Ellis - vocals, guitar

• Lili Holland-Fricke - cello, cello FX, backing vocals

• Fred Donlon-Mansbridge - bass, saxophone, sax FX, clarinet, backing vocals

• Matthew Deakin - drums, percussion

• Saya Barbagila - viola

• Paddy Murphy - bass

• Reuben Haycocks - electric guitar

• Louis Campbell - electric guitar, archtop guitar

• Will Allen - button accordion

• Jake Brown - drums


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* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt



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