Es gibt LP, die selbst bei ganz schlichten Melodien eine unglaubliche Ausstrahlung haben. "Alina" von Arvo Pärt ist eine solche! Man wird regelrecht hineingezogen in diese meditative Musik - eine unsichtbare Kraft geht von den beiden Kompositionen "Spiegel im Spiegel" und "Für Alina" aus, die hier in Variationen zu hören sind. "Alina" ist zum ersten Mal in Rahmen der ECM New Series auf Vinyl erhältlich.
Review: Arvo Pärt - Alina (LP, Vinyl)
Trackliste
Seite 1
1. Spiegel im Spiegel 10:16
• Vladimir Spivakov - Violin
• Sergej Bezrodny - Piano
2. Für Alina 10:47
• Alexander Malter - Piano
3. Spiegel im Spiegel 9:12
• Dietmar Schwalke - Violoncello
• Alexander Malter - Piano
Seite 2
4. Für Alina 10:53
• Alexander Malter - Piano
5. Spiegel im Spiegel 9:48
• Vladimir Spivakov - Violin
• Sergej Bezrodny - Piano
Im Jahre 1976 komponierte der estnische Komponist Arvo Pärt das Werk "Für Alina", welches als der Beginn seines charakteristischen Dreiklangs (oder "Tintinnabuli"-Stils) angesehen werden kann – eine Reduzierung auf das absolut Wesentliche. Sowohl die zwei Jahre später entstandene Komposition "Spiegel im Spiegel" als auch "Für Alina" zeichnen sich durch eine faszinierende Schönheit aus, in der die langsamen Tempi sowie die reduzierte Instrumentierung (Solo-Piano oder Piano mit Violine bzw. Cello) äußerst wohltuend und meditativ wirken.
Die Wirkung dieser Werke ist nicht zu unterschätzen; nach dem Abspielen der LP erscheint alles andere wie Lärm. Die Schallplatte "Alina" besitzt eine Magie, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Würde man eine kurze Sequenz daraus anhören (wie es heutzutage bei den maximal 30-sekündigen Beispielen online üblich ist), würde sich dieser Zauber nicht entfalten. Man könnte es mit dem Betrachten einer Meeresbrandung oder dem Sinnieren am Lagerfeuer vergleichen – es sind Momente der inneren Einkehr, und die Schallplatte "Alina" fungiert als der Soundtrack dafür.
Die Schlichtheit beider Werke stellt zugleich deren Besonderheit dar, die von den Interpreten perfekt zur Geltung gebracht wurde. Im Juli 1995 wurden die beiden Stücke in unterschiedlichen Variationen von dem Geiger Vladimir Spivakov, dem Cellisten Dietmar Schwalke sowie den Pianisten Alexander Malter und Sergej Bezrodny eingespielt. Die Aufnahme fand in der Frankfurter Festeburgkirche statt.
Die nun erstmals veröffentlichte Vinyl-Ausgabe enthält ein vierseitiges Beiblatt mit Linernotes von Hermann Conen.