Kreativ - top: Modest Mouse - An Eraser And A Maze

Die Band Modest Mouse | Foto: Ben Moon

Fünf Jahre hat sich die US-amerikanische Indie-Band Modest Mouse Zeit gelassen, um einen neuen Longplayer zu präsentieren. "An Eraser And A Maze" heißt das Ding, bei dem sich die bisherigen Stilelemente dieser so ungewöhnlichen Band vereinen. Die Kreativität ist beeindruckend und alles andere als zurückgewandt.

Review: Modest Mouse - An Eraser And A Maze (2 LP, 180g Vinyl)


Trackliste


Seite 1

1. Picking Dragon’s Pockets
2. Remember Yourself
3. Life’s A Dream
4. Third Side Of The Moon

Seite 2

5. Dogbed in Heaven/Give It A Skeleton
6. Interlude
7. I Can’t Talk Right Now
8. Speak ‘N Spell (Or Not)

Seite 3

9. Rotten Fruit (feat. Justin Raisen)
10. Knocked Down By Waves
11. Absolutely Necessary Never
12. Song About Nothing

Seite 4

13. Stoner Party
14. Look How Far
15. Impossible Somedays

Schon das äussere Erscheinungsbild der Vinyl-Veröffentlichung zeigt sich fantasievoll und mit gewissen Überraschungen: wenn man das Hochglanz-Klappcover gegen das Licht hält, ist auf der Vorder- und Rückseite die Stilisierung einer Fabelfigur zu erkennen - eine Mischung aus Hase und Schlange. Die Innenhüllen sind ebenfalls kunstvoll mit Grafiken bedruckt, die das Äussere noch einmal aufgreifen. Für die separate Textbeilage empfehle ich allerdings eine Lupe, sofern du deine Augen schonen möchtest.

Auch der Plattentitel "An Eraser And A Maze" ("Ein Radiergummi und ein Labyrinth") gibt Rätsel auf, das auch die Musik nicht löst. In den Presseinfos steht etwas darüber, dass eine Theorie in der Physik - "die Vorstellung, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren und dass der Fluss der Zeit an sich eine Illusion ist" - den künstlerischen Ansatz dieses Album am ehesten erklärt. Die bisherige Musik von Modest Mouse, die ohnehin stets jenseits von Schubladen und Kategorien eine eigene Welt darstellte, ist in den 15 Songs dieser Doppel-LP stets präsent. Die Vergangenheit trifft auf die Gegenwart - alles gleichzeitig.

Für mich scheint hier - sofern man Vergleiche zu Bands suchen möchte - die Musik von New Order, Sonic Youth, Wilco oder Band Of Horses durchzuschimmern, doch Modest Mouse machen einfach ihr eigenes Ding. Akustische Gitarre, Mellotron, Moog Synthesizer, Wurlitzer treffen auf E-Gitarre, Keyboards, Drum Programming und Synthesizer zu einem vielseitigem und immer wieder überraschenden Sound, der mal wuchtig daher kommt und dann wieder schräg verästelt. Dabei ist der Klang dieses Mal verblüffend klar und durchaus druckvoll, wo nötig.

Die Pressung ist top und rundet damit eine Vinyl-Veröffentlichung ab, die dem Modest Mouse-Fan beste Unterhaltung liefert.

Bewertung: 0 Sterne
0 Stimmen