Es gibt sie immer wieder, die unscheinbaren und dann doch um so überraschenden Musikperlen - "Acoustic Impulse" des Jazz-Drummer Andy Gillmann ist eine solche! Zusammen mit einer formidablen Band spielte er seine erstes Soloalbum ein, mit feinem Akustikjazz im klanglich exzellenten Gewand.
Review: Andy Gillmann - Acoustic Impulse (LP, Vinyl)
Trackliste
Seite 1
1. Wupperfado
2. Kind Of Smooth
3. Lost
4. Tango Pour Claude
Seite 2
5. Way Of Water
6. Oblivion
7. Home
8. Twilight
Betrachtet man die Mitglieder dieser Formation um Andy Gillmann, so ist man nicht mehr überrascht über diesen musikalisch sehr, sehr feinen Auftritt. Der Pianist Benjamin Schaefer war u.a. Mitglied des Bundesjazzorchesters und gewann bereits einige Jazzpreise. Der Mann am Bass - Ralf Cetto - spielt ansonsten im Trio von Aziza Mustafa Zadeh und somit auf vielen internationalen Jazz Festivals wie Leverkusen, Montreux oder Burghausen. Den besonderen musikalischen Akzent setzt Heinz Hox mit seinem Akkordion - auch er ist international unterwegs. Und schließlich ist da noch der beeindruckende Joscho Stephan, der mit seiner Akustikgitarre zu verzaubern weiß. Er spielte bereits mit Paquito D’Rivera, James Carter, Charlie Mariano, Grady Tate und Klezmer-Legende Helmut Eisel.
Schon der Einstieg zu dieser Schallplatte in "Wupperfado" ist mit dem Akkordion und dem dann wuchtig einsetzenden Schlagzeug schon ein Genuss für sich - diese Tango-Melodie ist schlicht hinreissend schön und rhythmisch ansteckend zugleich. Und bereits hier brilliert auch Joscho Stephan, der nicht nur an dieser Stelle für die Latin-Elemente sorgt. Mit dem anschließenden funky "Kind Of Smooth" beweist Gillmann, dass er mit seinen Kompositionen (sechs der acht Stücke stammen aus seiner Feder) die Spielfreude seiner Mitspieler geradezu herausgefordert hat. Und sie lieferten!
Ist "Lost" noch eine sanfte und dennoch kraftvolle Ballade mit schönen Piano- und Gitarren-Soli, so folgt mit der Interpretation von Richard Gallianos "Tango Pour Claude" ein weiterer virtuoser Akkordion-Einsatz. In "Way Of Water" hatten Joscho und Ralf Cetto jeweils mit einen beeindruckenden Soli ihren besonderen Auftritt. Bei der Astor Piazzolla-Komposition "Oblivion" wahren diese Musiker sehr schön die Balance aus Tango-Melancholie und eleganter Ballade. Rhythmisch im Midtempo gehalten zeigt sich "Home" als entspannte und zugleich sehr angenehm zu hörende Nummer, was dann schließlich auch die Ballade "Twilight" mit einem sehr schönen Piano-Solo perfekt abrundet.
Die Aufnahme, für die Tonmeister Reinhard Kobialka im Topaz Studio in Köln verantwortlich war, darf als überaus gelungen bezeichnet werden - der "Audiophile Faktor" ist sehr hoch! Die Instrumente sind perfekt austariert und realistisch abgebildet, was sich insbesondere beim Schlagzeug beeindruckend darstellt. Schließlich war Kobialka selbst einmal Drummer, er weiß also, wie das richtig zu klingen hat!
Alles in allem gilt dieser Schallplatte mein besonderer Tipp!
Fakten
• Veröffentlichung: 2026
• Label: JazzSick Records
• Katalog-Nummer: 5197 JS-LP
• Pressung: R.A.N.D. Muzik
• Pressqualität*: 4
• Inhalt: 140g Vinyl
• Besonderheit:
• Aufnahmen: 2024 im Topaz Studio in Köln
• Genre: Jazz
Besetzung
• Benjamin Schaefer - Piano
• Heinz Hox - Akkordion
• Ralf Cetto - Kontrabass & e-Bass
• Andy Gillmann - Drums
• Joscho Stephan - Akustik-Gitarre (Track 1, 2, 3, 5)
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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