Seine tiefe Baritonstimme gehört wohl zum eindrucksvollsten, was die internationale Blues-Szene zu bieten hat: Hans Theessink. Nun gibt es im Rahmen der Original Analog Master Edition von in-akustik ein neues Album mit dem Titel "Analog Retrospective", der beide wesentliche Inhalte der LP beschreibt: eine rein analoge Produktion und ein Rückblick auf die lange Karriere dieses niederländischen Musikers, der heute in Wien lebt.
Review: Hans Theessink - Analog Retrospective (LP, 180g Vinyl)
Trackliste
Seite 1
1. Where The Southern Crosses The Dog 4:24
2. Set Me Free 5:07
3. Shelter From The Storm 5:43
4. Blues Stay Away From Me 4:34
Seite 2
5. Baby Wants To Boogie 4:11
6. Storm Warning 4:01
7. Build Myself A Home 2:48
8. Mother Earth 3:39
9. Vicksburg Is My Home 5:19
In audiophilen Kreisen ist Hans Theessink nicht nur sehr bekannt, sondern wegen seiner grandiosen Stimme und den hervorragend aufgenommenen LPs äusserst beliebt. Wenn ein Musiker wie er über 50 Jahre auf den Bühnen der Welt zuhause ist und jede Menge Alben veröffentlicht hat, ist schon mal ein Rückblick angebracht. Und weil Theessink auch vorwiegend mit akustischer Gitarre spielt und dabei auf digitale Effekte verzichtet, ist es auch ziemlich naheliegend, einer solchen Schallplatte den Titel "Analog Retrospective" zu geben. Sehr passend, denn das Ergebnis rangiert klanglich ganz klar unter Audiophile.
Den Angaben zufolge hat der Wahl-Wiener selbst neun Stücke aus seiner langen Karriere ausgewählt, die für ihn exemplarisch gelten. Dass hier sowohl seine langjährigen Partner wie der Tuba-Spieler Jon Sass und der US-amerikanische Bluesmusiker Terry Lee Evans als auch der famose Ry Cooder vertreten sind, liegt auf der Hand. Die LPs mit diesen Künstlern waren echte Höhepunkte in der Laufbahn von Hans Theessink, so etwa das 2012 veröffentlichte Album "Delta Time", aus dem drei Nummern für diese Compilation ausgewählt wurden. Ebenfalls drei Stücke stammen aus der LP "Journey On" von 1997, zwei aus "Visions" (2008) und noch das Titelstück aus der 1987er Platte "Baby Wants To Boogie".
Das musikalische Programm ist tief im schwarzen Blues verwurzelt, der auch gerne seine Gospel-Seite zeigt und immer wieder wunderbar groovt. Die neun Stücke werden durch mehrstimmige Background-Chöre und wunderbare Instrumente wie das Wurlitzer-Piano, Dobro und Akkordeon - gespielt von dem legendären Flaco Jimenez - eindrucksvoll in Szene gesetzt und machen richtig Laune.
Einen großen Anteil daran hat die rein analoge Produktion, für die Toningenieur Christoph Stickel mit seinem Vintage-Equipment verantwortlich war. Sein Remastering erfolgte von den originalen, analogen Masterbändern, der Vinyl-Schnitt erfolgte im DMM-Verfahren. Der daraus resultierende warme und sehr detailreiche Klang kommt den vielen akustischen Instrumenten sehr zugute, wobei auch die beiden Nummern mit Ry Cooder echte Sahnestücke sind.
Leider hat das mir vorliegende Exemplar teils unüberhörbare Nebengeräusche und eine sehr scharfkantigen Rand, dennoch ist der überwiegende Teil wunderbar laufruhig zu hören. Die Pressung ist auf 1500 LPs limitiert.
Fakten
• Veröffentlichung August 2026
• Label: in-akustik
• Katalog-Nummer: INAK 40041 LP
• Pressung:
• Pressqualität*: 3
• Inhalt: 180g Vinyl
• Besonderheit: Klappcover, DMM-Mastering, auf 1.500 Exemplare limitiert (handnummeriert)
• Aufnahmen:
• Genre: Blues, R&B, Gospel
Besetzung
• Hans Theessink - Guitar, Vocals, Banjo
• Terry Evans - Vocals, Guitar, Backing Vocals
• Ry Cooder - Electric Guitar
• Richard Thompson - Electric Guitar
• David Pearlman - Pedal Steel Guitar
• Cindy Cashdollar - Dobro
• Richard Bell - Organ, Wurlitzer Piano
• Christian Dozier - Harmonica
• Flaco Jimenez - Accordeon
• Jon Sass - Tuba
• Angus Thomas - Bass
• Alee Thelfa - Drums, Percussion, Backing Vocals
• Alex Munkas - Drums, Percussion
• Phil Bloch - Snare
• Dorretta Carter - Backing Vocals
• Willie Greene Jr. - Backing Vocals
• Arnold McCullar - Backing Vocals
• Dana Gillespie - Backing Vocals
• Pippi Armstrong - Backing Vocals
* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt
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