Platte des Monats September: The Lowswing Sessions

Finian Greenall alias Fink mit Gitarre un Aufnahmemikrofon im Tonstudio

Finian Greenall alias Fink kam wieder nach Berlin! Nach seiner ersten Session im April 2023 folgte nun November 2025 im LowSwing Studio in Berlin der nächste Streich, zusammen mit so fantastischen Musikern wie Michael Wollny, Maggie Björklund, Tim Lefebvre und Nicky Hustinx. Sollte jemand eine Muster-Schallplatte für pure Analogtechnik suchen, dann ist "The Lowswing Sessions Vol. 2" ein perfektes Beispiel! Und zwar nicht nur klanglich, sondern auch künstlerisch.

Review: Fink - The Lowswing Sessions Vol. 2 (2 LP, 45rpm Vinyl)



Trackliste


Seite 1

1. It's A Joy To Be Alive
2. Jealous
3. The Game
4. Tiny Little Love
5. Strange Thing

 

Seite 2

6. 5.4.3.2.1
7. Peach Tree Street
8. Stupid & Young
9. Fishing Song
10. Lucky Night
11. The Sun Will Shine Again


Fotos von der Session

Finian Greenall und seine Mitspieler haben bei dieser Session nicht einfach nur Coverversionen als Hommage an die Künstler der Originale eingespielt, sie haben die Songs selbst regelrecht neu interpretiert. Quasi die Seele der Kompostion in neuen Kontext gestellt, mit frischen Leben versehen. Es ging nicht nur um eine andere Variante, sondern darum, Harmonien und Rhythmen, Klangfarben und Intonationen auf eine offene musikalische Bühne zu transportieren. Was daraus entstand, ist berauschend schön geworden.

Einen großen Anteil daran hat meines Erachtens die dänische Pedal-Steel-Virtuosin Maggie Björklund, die mit ihren atmosphärisch starken und immer wieder sehnsüchtig, ja cineastischen Klängen bezaubert. Und dann ist da natürlich der preisgekrönte Jazz-Pianist Michael Wollny, dessen ausdrucksstarkes Spiel auch hier ganz wesentliche Akzente setzt. Nicht vordergründig effektvoll, sondern wirkungsvoll im Zusammenspiel mit allen anderen Beteiligten.

Natürlich steht Finian Paul Greenall im Mittelpunkt des Geschehens. Seine angenehme Stimme steht dank der brillanten Aufnahme so realistisch im Raum, dass es fast schon beängstigend ist. Man hört ihn, sieht in aber nicht - doch seine Musik ist alles andere als Geisterhaft. Sie ist bodenständig und zugleich äusserst spannend inszeniert. In "The Garden" von PJ Harvey etwa hat er eine dunklere Tonlage angenommen und der Rhythmus vom Bass/Drum-Duo Tim Lefebvre und Nicky Hustinx hat das treibende Gerüst dazu angelegt. Dazu kommt ein raumgreifender Moog Synthie-Sound und die Pedal-Steel-Guitar - das hat schon Klasse.

Eine Gänsehaut-Nummer ist die Arcade Fire-Komposition "My Body Is A Cage": der Einstieg ist mit Gesang und Gitarre sparsam arrangiert, hat noch Lagerfeuer-Romantik, ehe dann das wuchtige Schlagzeug mit weich getrimmten Fellen einstimmt und dezent Pedal-Steel sowie der Bass hinzukommen - das Ganze steigert sich zum Ende hin in Dynamik und Lautstärke, ehe es wieder ruhig ausläuft. Solche genialen Momente folgen noch in jeder der weiteren Stücke, alle profitieren von der exemplarischen Klangqualität, der nur noch einen winzigen Schritt zum Erlebnis einer Live-Performance aufweist.

Die Geschwindigkeit mit 45 Umdrehungen pro Minute haben daran sicher ihren Anteil. Der komplette Produktionsprozess von der Bandaufnahme mit Telefunken M15A über die Neve 5316 Mixerkonsole bis hin zum Schnitt durch Sidney Clair Meyer in den Emil-Berliner-Studios wurde alles strikt analog vollzogen.
Das Plattencover wurde wieder mit einer Prägeschrift und Gatefold ausgeführt, ergänzt durch ein achtseitiges Booklet. Das Album ist auf 3000 Stück limitiert, das Cover wurde handnummeriert.

Mein Anspieltipp ist das Instrumental "Weather Patterns" - die einzige eigene Nummer der Band, eine spontane Improvisation. 


Fakten


• Veröffentlichung 14. August 2026

• Label: Archtop Records

• Katalog-Nummer: ATRLPX102

• Pressung: GZ Media

• Pressqualität*: 4

• Inhalt: 150g farbiges Vinyl, Klarsicht-Aussenhülle, Beiblatt

• Besonderheit: Innenhülle mit Songtexten

• Aufnahmen: Archtop Studios in England

• Genre: Pop, Singer/Songwriter

Besetzung


• Issy Ferris - vocals

• Archie Sylvester - vocals, guitar, drums, percussions, bass

• Michael Rendall - keyboards, piano, Hammond Organ, bass

• Miles Hobbs - bass

• Ross Gordon - drums

• Halo Strings


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1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt



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