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Die Vinylwelt vereint an einem Ort: die Börse in Utrecht | Thema bei MINT

Ist der Vinyl-Boom nur ein Hype oder schlicht das Ergebnis einer Faszination über Jahrzehnte hinweg? Immer stärker kommt die Schallplatte in der heutigen Gesellschaft an - Grund genug für die Medienwelt, eine neue Zeitschrift herauszugeben: Mint. Auch wenn es sich längst unter Vinyl-Fans herumgesprochen hat und das erste Heft bereits kurz vor Weihnachten 2015 erschien, möchte ich hier noch einmal darauf eingehen und Infos zum neuen Magazin geben.

 

Mint - ein Magazin für Vinyl-Kultur

Kaum eine der großen, etablierten Zeitschriften, bedeutenden Online-Magazine oder sonstige Medien versäumen es derzeit, über die Vinyl Schallplatte und deren Auswüchsen zu berichten. Aus meiner Sicht ist das zunächst erfreulich, zeigt aber naturgemäß nur einen kleinen Teilaspekt, warum die LP heute so floriert. Und ich vermisse ein Sprachrohr und eine Plattform, die als Bindeglied zwischen Sammlern, Neueinsteigern und der Musikindustrie fungiert. Bislang. Denn neben der Zeitschrift Lp, die leider mehr als Hifi-Magazin und weniger Informationsquelle für Vinyl-Fans dient, gibt es seit einigen Wochen die neue Zeitschrift Mint.

 

Was ist bei Mint anders?

MINT Cover 01Zunächst einmal die Optik und Haptik. Es freut mich, dass die Macher es geschafft haben, ein Äusseres zwischen Hochglanz und Underground zu kreieren. Das Design ist modern und doch sachlich, die Sprachweise klar und keineswegs auf Hipster ausgerichtet. Ich finde, dass sich hier sowohl junge Leute wie auch langjährige Sammler und Freunde der Schallplatte wiederfinden.

Die Auswahl der Themen und Inhalte ist richtig gut, selbst für alte Hasen der Szene birgt es neue Blickwinkel und Informationen. Oder hast du gewusst, dass es in Hamburg ein Hotel mit einem Vinyl-Room gibt? Und wer konnte schon mal hinter die Kulissen des langjährigen EMI-Toningenieur John Cremer blicken?
Man erfährt von der Faszination der Gigantenmesse in Utrecht, von der Möglichkeit, seine Überreste den Hinterbliebenen auf morbide Weise zu hinterlassen, verschafft sich einen Überblick auf Bücher zum Thema Vinyl-Begeisterung und darf schließlich über 80 Reviews zu aktuellen LPs lesen. Insbesondere bei letzteren finde ich gut, dass bei jeder Rezension auch die Facts angegeben wurden (Gewicht der LP, Ausstattung) und man auf Wertungen mit Sternchen verzichtet hat!

Das Streitgespräch, eines der Hauptthemen der ersten Ausgabe, wurde auf neun Seiten ausführlich dokumentiert. Fachleute der Vinyl-Szene geben ihre Statements, ob das Vinyl auf dem Peak sei. Dem darf ich selbst anmerken, dass die Welt der analogen Schallplatte einfach zu vielfältig ist, um hier ein einfaches Urteil zu fällen. Die Szene ist zu sehr in Bewegung, als dass man bereits von einem Erreichen des Peaks sprechen kann und ich glaube auch, dass bei den vielen jungen, neu hinzugekommenen Vinyl-Fans großer Nachholbedarf vorhanden ist. Die Musikindustrie, zu denen auch die Indie-Anbieter gehören, dürfen nur nicht den Fehler begehen, einerseits den Plattenkäufer als Melkkuh zu sehen und zum Anderen zu sehr die großen Versandhäuser im Blick zu haben. Die Vielfalt der Plattenläden zu erhalten, zu pflegen und zu kultivieren, sollte das gemeinsame Ziel sein. Denn davon profitieren auch die jungen wie die alten Plattenfreaks - auch hiervon liest man erfreulicherweise genug in dieser neuen Zeitschrift Mint!

Wir freuen uns auf die nächsten Ausgaben und bleiben am Ball!

Übrigens: der Preis ist sehr human: 4,90 EUR! Also auf zum Kiosk oder gleich abonnieren.

 

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