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Plattencover-Innenseiten von Henrik Freischlader Band - Missing Pieces

Das Panormabild von "Missing Pieces" im Tripel-Gatefold - klasse gemacht

Hast du eine Bass-starke Hifi-Anlage? Dann genieße bei „Missing Pieces“ eine Hammond B3 mit 122er Leslie-Kabinett. Und natürlich die geile Gitarre von Henrik Freischlader, der mit dieser Doppel-LP noch etwas ganz Besonderes zu bieten hat: echte Coverkunst. Mehr zu dieser Platte des Monats in der Review.

 

Henrik Freischlader Band - Missing Pieces (2LP, 180g Vinyl)

Henrik Freischlader Band Missing Pieces Vinyl

Das gibt es nicht oft. Schallplatten wie „Missing Pieces“ gehören ganz zweifellos zu den Schmuckstücken für eine Plattensammlung und eignet sich bestens, jemanden zeigen zu können, was Coverkunst bedeutet. Alleine das ist schon aufwändig gemacht, doch diese Doppel-LP bietet noch weit mehr! Dazu später noch mehr, zunächst aber noch einmal zum Cover zurück.

 

Missing Pieces = Coverkunst

Henrik Freischlader Band Missing Pieces Vinyl Front Cover1

Nach Entfernen der Schutzfolie sieht man zuerst einmal die ausgestanzte Vorderseite. Dahinter ist eine Einlage, genauer gesagt sind es 13, für jeden Song ein Blatt - mit wunderbaren Fotos und den Songtexten abgedruckt. So kann man also immer wieder ein anderes Blatt in die vordere Coverseite einschieben und sieht diese dann durch den ausgestanzten Bereich. Das ist aber nicht alles: es handelt sich nämlich um ein Tripel-Gatefold, also ein Klappcover mit zwei Flügeln. Ganz aufgeklappt, sieht man auf den Innenseiten ein Panoramabild mit den Musikern auf fünf Parkbänken verteilt (siehe Foto oben) - ganz Pandemie-gerecht mit Abstand.

 

Missing Pieces = Analoger Sound

Henrik Freischlader Band Missing Pieces Vinyl AufnahmesetVom ersten Takt an ist klar, hier wurde nach den alten Regeln gespielt: die Band spielte live im Studio zusammen. Und das, was die Jungs da einspielten, hat Martin Meinschäfer mit feinstem Oldschool-Equipment aufgenommen. Das kommt kraftvoll, erdig und - je besser das Hifi-Equipment bei der Wiedergabe der LP den Bass wiedergibt - verblüffend realistisch. Wenn die Orgel in die unteren Register abtaucht, kann es schon mal ordentlich wummern. Oder die Bassgitarre die Tieftöner ordentlich zum Schwingen anregen. In ruhigen Nummern kann man auch die feinsten Details verifizieren und das auf eine wunderbar analoge Weise, natürlich und unverfälscht durch irgendwelche Computersounds.

 

 

Missing Pieces = Geniale Musik

Die Richtung auf diesem Album weicht etwas von dem ab, was ich von Henrik Freischlader kenne. Bisher dominierte der Blues und Bluesrock. Auf „Missing Pieces“ aber kommt eine funky Seite zum Vorschein, die ich einfach nur klasse finde! So coole Nummern wie „Power To The Peaceful“ kommen zwar noch rotzig daher, hat aber schon viel funky Grooves, wie wir sie teils von Leuten wie Keziah Jones oder Lenny Kravitz kennen. Einen ganz wesentlicher Anteil hat einmal das Saxofon von Marco Zügner, aber auch die Hammondorgel mit dem legendären 122er Leslie-Kabinett. Dieser knarzige Ton ist unvergleichlich und passt zu dieser Art Musik perfekt.

Das erleben wir schon bei der ersten Nummer „Opening“, einem genialen Instrumental-Intro mit der sehnsüchtigen Gitarre von Henrik und eben dem großartig wummernden Sound der B3. Auch „Another Missing Piece“ oder „Justice Blues“ sind Stücke, bei dem man dieses berühmte Instrumente genüßlich bewundern kann. Aber zurück zur musikalischen Linie dieses Werkes: „It Ain't Funky“ ist nicht nur verdammt tanzbar, sondern erinnert im besten Sinne an den Jazzrock der 70/80er, ohne auch nur die Spur, angestaubt zu sein.

Die dreizehn Songs haben eine prima Balance zwischen forschen Tempi und langsamen Balladen. „New Beginning“ ist ein solche, mit einem starken Gitarrenpart gewürzt. Seite 3 bietet gleich zwei Schleicher, wobei „I Wanna Thank You“ in ein starkes Gitarren-Solo ausläuft und sich „What Have I Done To You“ kraftvolle Bluesrock-Ballade erweist. In „Grown Up“ durfte sich Saxofonist Marco Zügner intensiv austoben, auch hier genießen wir den erstklassigen, weil natürlichen Sound.

Für mich ist dieses Album zumindest die Platte des Monats! Da sie musikalisch perfekt in meine bevorzugte Stilrichtung geht, bin ich da nicht ganz unvoreingenommen. Doch wer die Kombination von Blues, Rock und Funk zu schätzen weiß, wird mir vermutlich beipflichten. Zumindest der Dreiklang Coverkunst-Klang-Musik ist hier etwas Besonderes und alleine deshalb geht „Missing Pieces“ als ausserordentlicher Plattentipp durch - Top-Empfehlung!

 

Fakten

Veröffentlichung 4. Dezember 2020
Label: Cable Car Records
Bestell-Nummer: 6420840
Pressung: optimal media
Pressqualität*: 4-5
Inhalt: 2x 180g Vinyl, 13 Beilagen, Download-Code
Besonderheit: Tripel-Klappcover mit Ausstattung vorne, Beilagen zum Einschieben vorne
Aufnahmen: Winter 2019 und Sommer 2020 im Megaphon-Tonstudio in Arnsberg

 

Besetzung

Henrik Freischlader – Gitarre & Gesang

Marco Zügner - Saxofon

Roman Babik - Hammond B3 mit 122er Leslie, Keyboards & Backing Vocals
Armin Alic - Bass & Backing Vocals
Moritz Meinschäfer - Schlagzeug

 

Trackliste

Seite 1

1. Opening
2. New Beginning
3. Power To The Peaceful
4. Let The People Be Free

Seite 2

5. Another Missing Piece
6. Justice Blues
7. It Ain't Funky

Seite 3

8. I Wanna Thank You
9. What Have I Done To You
10. Grown Up

Seite 4

11. One And One Is One
12. We Used To be Happy
13. Walking In The Shadows Of The Spotlight

 

* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt

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