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Foto: Pit Lad

Viele Marillion-Fans haben dieses Solo-Album von Mark Kelly schon lange erwartet. Dass es während der Pandemie im Frühling/Sommer 2020 eingespielt und nun in die Plattenläden steht, ist dann doch eine Überraschung. Zumal es quasi ein Konzeptalbum geworden ist. Hier die Review dazu.

 

Marathon - Mark Kelly's Marathon (LP, 180g Vinyl)

Wer den Namen Mark Kelly in Google eingibt, bekommt zunächst einmal das Ergebnis Mark Edward Kelly, des Names eines ehemaligen US-amerikanischen Astronauten. Erstaunlicherweise bestehen da Zusammenhänge mit den Themen dieses Werkes von Marillen-Keyboarder Mark Kelly. Das Fliegen, bis ins All, Überqueren von Kontinenten. Und von Kommunikation über tausende Kilometer hinweg und was passiert, wenn sie abbricht. Marathon bietet eine eigene Antwort.

 

Das (fast) volle Prog-Register

Mark Kellys Marathon VinylSeit 1981 sitzt Mark Kelly an den Tasten bei Marillion, also auch noch während der Fish-Ära. Nicht nur „Script For A Jester’s Tear“, auch „Misplaced Childhood“ und „Clutching At Straws“ entstanden unter seiner Mitwirkung - der Keyboard-Sound ist einer der tragenden Säulen des Marillion-Kosmos. So wundert es nicht, dass fast vier Jahrzehnte später noch eine Menge Zutaten aus dieser Zeit bei „Marathon“ enthalten sind. Es fällt insgesamt recht Melodie-betont aus, allerdings baut Kelly genug Progrock-Elemente ein, um die Spannung bis zum letzten Ton aufrecht zu erhalten.

Erstaunlich ist es schon, wie kompakt und perfekt inszeniert das Ganze rüberkommt. Bedenkt man, dass Pandemie-bedingt die Band nicht gemeinsam agieren konnte, sondern ihre Tracks jeweils einzeln aufnehmen mussten. Die jeweiligen Takes wurden zwischen den Musikern hin und her geschickt, Lyrics entstanden und schließlich kam der wichtige Job der Tontechniker und das Zusammenspiel aller Beteiligten, um all die einzelnen Beiträge zu einen Ganzen zusammenzufügen.

Die LP startet mit dem dreiteiligen „Amelia“, gefolgt von „When I Fell“ und dem fast schon poppigen „This Time“. Die Sounds sind breit angelegt, mitunter wuchtig und durch das Prog-typische auf und ab der Lautstärke und Intensität spannend arrangiert. Es wirkt nichts überladen, sondern eher wohldosiert auf den Hörer losgelassen. Man nimmt ihn mit durch diese Reise, als Begleiter zu weit entfernten Zielen.

Seite 2 beginnt mit dem üppigen „Puppets“, auf dem Marillion-Bandkollege Steve Rothery die Lead-Gitarre übernommen hat. Dann folgt der vierteilige Opus „Twenty Fifty One“, der erneut alle Register des Progressive Rock zieht. Dabei fällt nicht nur wegen der Stimme von Olli Smith auf, dass so einige musikalische Parallelen zu Peter Gabriel und damit auch Genesis entstanden. Doch wie Eingangs erwähnt ist ein melodiöser roter Faden eines der wesentlichen Merkmale dieses Albums. Auch wenn die letzten Textzeilen auf ein düsteres Ende der Menschheit 2051 hinweisen, so bleibt zu hoffen, das dies Science Fiction bleibt.

 

 

Fakten

Veröffentlichung 27. November 2020
Label: earMusic
Bestell-Nummer:
Pressung: optimal media
Pressqualität*: 4
Inhalt: 180g Vinyl
Besonderheit: Klappcover mit Songtexten und Infos, Innenhülle bedruckt
Aufnahmen: März-Juli 2020 in den Real World Studios

 

Besetzung

Mark Kelly - keyboard
Oliver M. Smith - vocals, percussion
Pete “Woody” Wood - guitar
John Cordy - guitar
Conal Kelly - bass, acoustic & electric guitar, back vocals
Henry Rogers - drums
Guy Vickers - harmonica
Steve Rothery - lead guitar („Puppets“)

 

Trackliste

Seite 1

Amelia
01. i) Shoreline
02. ii) Whistling At The Sea
03. iii) 13 Bones

04. When I Fell
05. This Time

 

Seite 2

06. Puppets

Twenty Fifty One
07. i) Search
08. ii) Arrival
09. iii) Trail Of Tears
10. iv) Brief History

 

 

* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt

 

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