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Ein klanglich ganz hervorragende Jazzscheibe, die in jeder Hinsicht Laune macht!

Haben Black Sabbath ganz frech ihre Songs zu den ersten beiden LPs von einer Jazz-Combo geklaut? Hinter der nun veröffentlichten LP dieser Band „Jazz Sabbath“ steckt eine Geschichte, die auf den ersten Blick verrückt klingt und bei genauem Hinsehen doch ganz anders ist. Und sie gehört zu den Klang-Highlights, nach denen Vinyl-Liebhaber stets suchen!

 

Jazz Sabbath - Jazz Sabbath (LP, Vinyl)

Manche Perle bleibt eher verborgen und erreicht dennoch aufmerksame Musikfreunde. So verdanke ich diesen Plattentipp einen Leser von Vinyl-Fan.de, bei dem ich mich dafür ganz herzlich bedanke! Denn einerseits ist diese Schallplatte klanglich ganz vorzüglich und andererseits mit einer spannenden Story verbunden.

 

Die Story von Jazz Sabbath

Jazz Sabbath Vinyl 2020Jazz Sabbath wurde 1968 gegründet und galt vielen als Vorreiter der neuen Jazzbewegung, die damals aus England kam. Das mit Spannung erwartete Debütalbum, dessen Veröffentlichung für Freitag, den 13. Februar 1970 geplant war, wurde jedoch nie veröffentlicht. Bis jetzt.

Und so kam es: die Veröffentlichung der Platte wurde ausgesetzt, als bekannt wurde, dass Gründungsmitglied und Pianist Milton Keanes mit einem massiven Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde, der ihn um sein Leben kämpfen ließ. Die Plattenfirma traf die Entscheidung, das Album auf Eis zu legen und die geplante Veröffentlichung abzusagen, aus Mitgefühl und der finanziellen Unsicherheit, welche die Veröffentlichung eines Debütalbums einer Band ohne ihren musikalischen Leiter mit sich bringt.

Als Milton schließlich im September 1970 aus dem Krankenhaus entlassen wurde, fand er heraus, dass eine Rockband aus Birmingham, die praktischerweise den Namen "Black Sabbath" trug, inzwischen zwei Alben mit Metal-Versionen seiner angeblich eigenen Songs veröffentlicht hatte.
Milton versuchte, mit seinem Plattenlabel Rusty Bedsprings Records Kontakt aufzunehmen, erfuhr jedoch, dass es nicht mehr existierte und der Labelbesitzer im Gefängnis saß. Alle zurückgerufenen Jazz Sabbath-Alben sind zerstört worden, als das Lagerhaus im Juni 1970 abbrannte; dies stellte sich als Versicherungsbetrug des Labelbesitzers heraus, so dass nur einige wenige Raubkopien von Jazz Sabbath-Live-Auftritten zwischen 1968 und 1969 als Beweis für die Existenz zurückblieben.

Die Album-Master sollen im Feuer verloren gegangen sein, wurden aber in Wirklichkeit verlegt und verstaubten viele Jahre lang in den Kellergewölben des Aufnahmestudios. Ende 2019, fast 50 Jahre später, fand der Mann, der das Gebäude, in dem sich das Aufnahmestudio befand, kaufte (um es in eine vegane Tierhandlung umzuwandeln), die Master-Aufnahmebänder, die die Original-Master der Aufnahmesitzungen von 1969 und die Dias mit dem Original-Albumcover enthielten. Diese Bänder wurden nun neu abgemischt und werden nun endlich zu hören sein.

Das Album wird beweisen, dass die Heavy-Metal-Band, die von Millionen Menschen auf der ganzen Welt verehrt wird, in Wirklichkeit nichts weiter als musikalische Scharlatane sind, die die Musik eines bettlägerigen, im Krankenhaus untergebrachten Genies stehlen.

 

Das war die Geschichte, die wir auf dem Plattencover lesen. Doch nun, liebe Vinyl-Fans, es ist ein Fake, ein wunderbares!

 

Die Wahrheit zur LP

Sofern man den Angaben glauben darf, entstand die Idee hinter dieser fiktiven Band Jazz Sabbath 2013 in einer Bar in Berlin, wo Black Sabbath während einer Tournee halt machten (das einzige Konzert der Band im Jahre 2013 fand wohl Dortmund statt). Dort spielte Adam Wakeman (Rick Wakemans Sohn Adam spielte Gitarre und Keyboard u.a. für Black Sabbath und Ozzy Osbourne) aus einer Laune heraus Sabbath-Stücke am Piano und fand Gefallen daran.

Zusammen mit Jerry Meehan (spielte Bass bei Robbie Williams) und Drummer Ash Soan (Adele, Cher, etc.) sowie einigen weiteren Musikern entstand diese herrliche Jazz-Scheibe mit sieben Kompositionen, die einen jazzigen Blick auf Black Sabbath Songs werfen. Das ist feinster Modern Jazz, der mal in Fusion, mal in den Bop der 60er driftet. Das hat richtig Groove, bei dem sich Wakeman als Meister seines Faches erweist. Klasse ist z.B. „Iron Man“, bei dem Wakeman ein langgezogenes Solo am Piano spielt, ehe die Band mit furiosen, funky Elan einsteigt. Vermutlich wird bei dieser LP jeder ein anderes Stück herausragend finden, denn sie haben alle Potential!

Und ja, die Songs stammen nicht aus der Feder eines Milton Keanes!

 

Fakten

Veröffentlichung 10. April 2020
Label: Blacklake Records
Bestell-Nummer: BL411348
Pressung: GZ Media
Pressqualität*: 3-4
Inhalt: 140g Vinyl
Besonderheit:
Aufnahmen:
Mastering:

 

Besetzung

Milton Keanes (Adam Wakeman) - piano
Jacque T’fono (Jerry Meehan) - upright bass
Juan Také (Ash Soan) - drums

Wes Tostrayer (Pete Rinaldi) - guitar solo, track 5
Steven Stringer (Simon McBride) - guitar solo, track 1
Leighton B’zard (Adam Wakeman) - hammond organ, track 7
Chester Drawes (Fraser T. Smith) - guitar solo, track 7
Fenton Breezley (Justin Swadling) - saxophone, track 7

 

Trackliste

Seite 1

1. Fairies Wear Boots
2. Evil Woman
3. Rat Salad
4. Iron Man

Seite 2

5. Hand Of Doom
6. Changes
7. Children Of The Grave

 

* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt

 

 

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