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Jeremiah Johnson mit Gitarre und Westernhut

Südstaaten-Bluesrock und Country - Jeremiah Johnson hat alles richtig gemacht

Wer bei dem Namen Jeremiah Johnson erstmal an den Western mit Robert Redford denkt, muss sich nicht grämen. Der US-Bluesmusiker Jeremiah Johnson hat nun mit „Heavens To Betsy“ die erste Vinyl vorgelegt, seine bisherigen Platten erschienen nur als CD. Dass diese LP nicht nur herrlich altmodisch arrangiert ist, sondern auch musikalisch eine besondere Note aufweist, erklärt diese Rezension.

 

Jeremiah Johnson - Heavens To Betsy (LP, 180g Vinyl)

Für die meisten Musiker genügt heute ein Laptop, um erste musikalische Ideen zu skizzieren und manchmal damit gar das gesamte Album zu produzieren. Es gibt aber auch noch eine andere Spezies, die nach alter Methode arbeitet: eine Gitarre in der Hand, die Akkorde entstehen, Melodien entwickeln sich. Das Songwriting ist eine Handwerkskunst, die uralt ist und immer mehr von modernen Produktionstechniken verdrängt wird. Jeremiah Johnson allerdings versteht sich darauf noch bestens und beweist es mit dieser Schallplatte!

 

Der Sound aus dem Süden

Jeremiah Johnson Heavens To Betsy VinylGeboren und aufgewachsen in St. Louis, USA, hatte Jeremiah Johnson schon als 6-Jähriger eine Gitarre in der Hand. Die Vorbilder Alvin Lee, Eric Clapton oder Hank Williams Sr. prägten die Entwicklung eines Musikers, der von Beginn an mit dem Blues verbunden war. Zehn Jahre lebte er in Houston / Texas, was seine musikalische Entwicklung maßgeblich prägte und auch heute in „Heavens To Betsy“ zu hören ist. Allerdings sind da auch noch ein paar andere Einflüsse, die dieses Album so reizvoll machen: Country und vor allem viel Südstaaten-Rock. Jeremiah selbst nennt das Südstaaten Bluesrock, was eigentlich auch gut passt.

Prägend sind neben Jeremiahs klasse Gitarrenriffs und einer sehr präzisen, auf den Punkt spielenden Rhythmusgruppe auch das Saxofon von Frank Bauer. Damit kommen schon mal R&B-Elemente mit rein, was ein Teil des Variantenreichtums der Platte darstellt. Schlagzeuger Benet Schaeffer bringt mit seinem Beat nicht nur das solide Gerüst des Rhythmus mit, sondern zeigt auch das Feeling für die „richtigen“ Momente, hier und da Breaks reinzuhauen. Wobei Tony Antonelli an den Perkussion zweifellos seinen gehörigen Beitrag leistet.

Heavens To Betsy“ ist knackig und straight, der Bluesrock steht im Vordergrund. Mir gefallen allerdings auch die diversen Country-Einflüsse, die mich in dem einen oder anderen Song an die Allman Brothers erinnern. Das Feeling, der Geist des Südens der USA schwingt eigentlich in jeder Nummer mit. Fußwippen inklusive! Sehr schön sind zweifellos auch so gefühlvolle Balladen wie „Ecstasy“ oder „Long Way Home“, die so wohl auch nur jemand spielen kann, der aus einer musikverrückten Stadt wie St. Louis kommt.

Das Mastering der LP, die kraftvoll und sauber klingt, stammt übrigens von Pauler Acoustics. Die Pressung ist ebenfalls gelungen, allerdings würden bei der Energie der Musik auf „Heavens To Betsy“ der eine oder andere Knacker gar nicht auffallen. Mich wundert es nicht, dass die letzte LP von Jeremiah Johnson - „Straitjacket“ - in zwei Kategorien für den Blues Award nominiert wurde. Mal sehen, wie diese neue LP einschlägt.

 

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 28. Februar 2020
Label: Ruf Records
Bestell-Nummer: RUF 2062
Pressung: Pallas
Pressqualität*: 4
Inhalt: 180g Vinyl
Besonderheit:
Aufnahmen: High/Low Recording in Memphis /USA

 

Besetzung

Jeremiah Johnson - Vocals, Guitars
Frank Bauer - Saxophone, Backing Vocals
Tony Anthonis - Bass Guitar
Benet Schaeffer - Drums
Rick Steff - Keyboards
Tony Antonelli - Percussions, Backing Vocals
Pete Matthews - Backing Vocals

 

Trackliste

Seite 1

1. White Lightning
2. Tornado
3. Soul Crush
4. Ecstasy
5. Forever And A Day
6. American Steel

Seite 2

7. Showdown
8. Leo Stone
9. Castles In The Air
10. Long Way Home
11. Born Under A Bad Sign
12. Preacher's Daughter

 

* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt