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Christian Löffler - Maler und Musiker | Foto: Brian Zajak

Graal (Prologue)“ entstand als eine Art musikalisches Reisetagebuch, dennoch ist diese LP einen besonderen Plattentipp für Fans elektronischer Musik. Christian Löffler, seines Zeichens Musiker und Maler, veröffentlicht hier sechs Tracks, die mehr als Lust auf das kommende Album Ende des Jahres macht. Eine Review über eine prima Platte, die mit einem aufwändigen Cover daherkommt.

 

Christian Löffler - Graal (Prologue) (LP, Vinyl)

Christian Löffler stammt aus Graal, einem kleinen Ort nähe Rostock. Etwas weiter östlich, in Greifswald, hat er an der Universität im Fachbereich Bildende Kunst studiert. Auch wenn ihn viele als Electronica-Musiker kennen - er hat das Plattenlabel Ki Records mitbegründet - so vereint Löffler zumeist seine Leidenschaft des Malen mit dem Komponieren von Musik. So etwa hat er auch für die Mini-LP „Graal (Prologue)“ das Plattencover sowie das Innenleben selbst gestaltet.

 

Klang folgt Skizze

Christian Loeffler Graal Prologue VinylGraal (Prologue)“ entstand während seinen Konzert-Reisen - teils zunächst als Zeichnungen, die als Inspiration für den Klang dienten, teils als Tonspur auf dem Tour-Laptop. Die Ideen, die auf der Reise entstanden, blieben eher offen und ungeschliffen als perfekt in der Studiowelt ausgefeilt. Trotzdem empfinde ich sie als geschmeidig dahinfließend, als dürften sie in keiner Note anders sein als genau so, wie man sie hier hört. Alleine das scheint mir bereits Kunst zu sein - wenn Musik auch in simpler Gestik eine große Wirkung zeigt.

Schon die erste Nummer „Ry“ tönt mit mächtigem Bass-Pulsen aus den Lautsprechern, ehe Takte hinzukommen und ein flächiger Soundteppich den Hörer umgarnt. Christian Löffler praktiziert hier Downtempo-Songs, lässt den Beats Raum zur Entfaltung. Für mich wirkt das sehr chillig, atmosphärisch und eigentlich auch angenehm. Neben den instrumentellen Kompositionen sind  zwei Tracks mit ausgezeichneten Sängerinnen dabei: „Running“ mit Josephine Philip - in kühler nordischer und doch sehr harmonischer Stimmung. „Like Water“ war eigentlich zunächst ein instrumentales Klavierstück, wurde aber bei einem Soundcheck für eine Elbphilharmonie-Performance durch einige stimmliche Improvisationen in einen atmosphärischen Elektro-Sound umgewandelt, bei dem Mohna (Mona Steinwidder) den unwiderstehlichen Gesangspart übernahm. Ein starker Song!

Stimmungen, wie man sie nur nachts erlebt, hören wir in "Bird" und "Refu" - beide Tracks entstanden während nächtlichen Jam-Sessions in Gärten unter einem Sternenhimmel. Sie enthalten wie auch das Titelstück „Graal“ eine gewisse Leichtigkeit und eine Schwerelosigkeit, in der sich der Zuhörer fallen lassen kann, die Augen schließt und dahin schwebt.

Nicht nur die Musik ist hier kunstvoll gestaltet. Das Plattencover wartet vorne mit einer rechteckigen Ausstanzung auf, welche den Blick frei gibt für die Beilage mit einer schwarzweißen Skizze (monochrome Linienzeichnung). Des Weiteren findet man im Inneren des Covers noch zwei weitere Blätter mit Skizzen von Löffler - eine wertvolle Gestaltung!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 4. April 2019
Label: Ki Records
Bestell-Nummer: Ki-018
Pressung: optimal media
Inhalt: 150g Vinyl, Beiblatt + 2x Kunstdrucke
Besonderheit: Vorderseite des Cover ausgestanzt

 

Besetzung

Christian Löffler - programming
Josephine Philip, Mona Steinwidder - vocals

 

Trackliste

Seite 1

1. Ry
2. Running (feat. Josephine Philip)
3. Bird

Seite 2

4. Like Water (feat. Mohna)
5. Refu
6. Graal

 

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