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Eine beeindruckende Stimme mit sehr spannender Pop-Musik: Pamela Méndez | Foto: Andrea Ebener

Auch wenn der Name spanisch klingt, Pamela Méndez stammt aus Aargau in der Schweiz. Sie ist damit in bester Gesellschaft mit Kolleginnen, die bei uns einen hervorragenden Ruf haben. Und Méndez wird dieses gehobene Niveau mit ihrer zweiten LP „Time“ mehr als bestätigen. Diese Review versucht, die Besonderheiten dieser Schallplatte zu beleuchten.

 

Pamela Méndez - Time (LP, Coloured Vinyl)

Denkt man an Schweizer Musikerinnen, so kommen Namen wie Stefanie Heinzmann, Sophie Hunger oder Anna Aaron in den Sinn. Mit Pamela Méndez bekommt die rührige und prosperierende Schweizer Szene einen bedeutenden Zuwachs. Die 30-Jährige hat nicht nur Gesang studiert, sondern wurde schließlich gar als Stimmphysiologin ausgebildet! Ihre ausserordentliche Fähigkeit, die Stimme als Instrument einzusetzen, ist jedoch nur ein Teil des Kunstwerkes.

 

Deep Pop oder so

Pamela Mendez Time VinylWieviel Kunst verträgt Popmusik? Soll sie radiotauglich sein, müssen die Kanten abgeschliffen sein, damit sie niemand wehtun. Will man eine bestimmte musikalische Nische besetzen, wird man zwangsläufig eine begrenzte Zuhörergemeinde erreichen. Ist sie zu tanzbar und lustvoll, wird der anspruchsvolle Musikfreund womöglich nicht erreicht. Heutzutage gibt es allerdings immer mehr MusikerInnen, die sich um Konventionen, Schubladen und kommerzielle Erfolge wenig scheren und einfach ihr Ding machen. Pamela Méndez kommt aus der Kunstszene und drückt das sehr eindrucksvoll aus.

Mit ihrem ersten Album „I Will Be Loved“ (2011) hat Méndez bereits erstaunliche Erfolge gehabt. Dennoch sehe ich das nun auch als Vinyl Schallplatte vorliegende Werk „Time“ deutlich reifer und tiefer greifend. Die Zusammenarbeit mit dem Produzenten David Odlum hat sich ausgezeichnet, die Arrangements sind enorm ausdrucksstark, raffiniert gestaltet und keineswegs irgendeinem Massengeschmack anbiedernd. Es ist Pop und doch weit diffiziler ausgearbeitet. Immerhin stehen hinter den Kompositionen auch anspruchsvolle Texte, die von gesellschaftlichen Auswüchsen unserer Zeit handeln.

Es geht um den Einfluss des Internets („Irène Island“), den Leistungsdruck in Beruf und Privatleben („Time“, „World Of Nothing“) oder damit, wie wir mit Fehlern, Verlusten und Schicksalsschlägen umgehen („Dirt“, „I Will Die“ oder auch „Start“). Méndez gab den Stücken immer wieder ganz unterschiedliche Gestaltungen mit. Das kann sowohl melodisch als auch eher vertrackt sein, komplex und dann wieder verblüffenden groovend.

Synthesizer spielen dabei eine wesentliche Rolle, allerdings auch das recht abwechslungsreich gestaltete Schlagzeug-Spiel. Die Klänge wie etwa in dem fast schon polynesisch wirkende „Irène Island“ mit Steeldrums sind so beeindruckend variantenreich, dass es selbst nach mehrfachen Hören des Albums immer neue Facetten zu entdecken gibt. Genau das ist aus meiner Sicht die große Kunst der Popmusik, die es nicht oft zu hören gibt.

Ach so ganz nebenbei kann ich berichten, dass die Vinyl-Ausgabe ganz vorzüglich klingt, auch wenn die Pressung nicht ganz perfekt ist. Das allerdings hat im üppigen musikalischen Geschehen „Time“ keine Bedeutung, zu sehr ist man von der Darbietung hingerissen.

 

Fakten

Veröffentlichung: 22. Februar 2019
Label: Promote Love Records
Bestell-Nummer: MENDEZ 003
Pressung: Sony Österreich
Inhalt: 140g blau-durchsichtiges Vinyl
Besonderheit:

 

Besetzung

Pamela Méndez - vocals, el. guitar
Luzius Schuler - synthesizer, rhodes
Adrien Guerne - bass, saxophone
Nicolas Stocker - drums
Cégio - strings

 

Trackliste

Seite 1

1. Time 4:49
2. Start 3:35
3. Irène Island 3:30
4. World Of Nothing 4:34
5. Open Sky 4:58

Seite 2

6. I Will Die 5:43
7. Never Knows 4:15
8. Dirt 5:32
9. Apples 3:25
10. Feathers 4:31

 

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