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Das geht schon mal in die Beine: "Been Meaning To Tell You" | Foto: Sebastian Furstenborg

Eine Finnin Ina Forsman hat 2016 die Welt mit ihrer großartigen Stimme und einer genialen Schallplatte erobert und nun beschenkt sie ihre neuen Fans mit einem weiteres Album von allerfeinster Güte. Oder sagen wir mal mit einem, dass den Zuhörer berührt und bewegt! Die LP „Been Meaning To Tell You“ in der Review.

 

Ina Forsman - Been Meaning To Tell You (LP, 180g Vinyl)

 Als ich 2016 ihr Debütalbum hier im Blog vorgestellt hatte, endete die euphorisierte Rezension mit der Hoffnung, dass Ina Forsman das hohe Niveau auch in Zukunft halten kann. Sie konnte! Die Finnin kommt allerdings auch mit einer Mischung, die mich persönlich verdammt viel anmacht: im Spannungsfeld zwischen Soul, R&B, Blues und Funk lässt sie ihre rauchige Stimme in all ihren Facetten aufblühen, die Arrangements sind erdig und dann ist da noch eine klanglich gute Produktion - was will man mehr?

 

Abwechslungsreich und fesselnd

Ina Forsman Been Meaning To Tell You VinylEines bedauere ich bei dieser LP dennoch: es ist kein Textblatt beigelegt. Das ist so mehr schade, als Ina Forsman die Texte selbst geschrieben hat und da wohl so einige persönliche Erlebnisse und Sichtweisen einfließen hat lassen. Ausserdem wirkte sie beim Komponieren der Songs mit, für die Produktion war Mark ‚Kaz‘ Kazanoff wieder verantwortlich. Inhaltlich geht es mal um das Ende einer schlechten Beziehung, handeln gleich zwei Nummern von sexueller Belästigung und schließlich steht die Liebe wieder im Fokus.

Die Ausdrucksmittel dafür sind beeindruckend: satte Bläser von den Texas Horns sorgen für Südstaaten-Feeling, das mal dem Blues und dann wieder dem Soul/Funk gewidmet ist. Ina nutzt die Kraft des Gospel, umschmeichelt den Hörer mit Balladen oder wie zum Schluss der Platte gar solo nur mit ihrer so großartigen Stimme („Sunny“). Die Orgelsounds sorgen genauso wie die funky gespielte Gitarre für 60er Jahre-Feeling, sehr schön in „Get Mine“ zu erleben.

Absolut cool finde ich die groovige Ballade „All Good“, das geht lässig in die Welt des Acid Jazz. Hier spielen die Bläser bereits auf elegante Weise eine Rolle. Stärker allerdings in der folgenden R&B-Nummer „Genius“ - wer würde da nicht Lust auf ein Tänzchen haben? Mitwippen ist in „Whatcha Gonna Do“ angesagt, der Back-Chorus, die Gitarre und das Bass erinnern stark an die Soulplatten der 70er. Ein „Kopfnicker“ ist dann „Why You Gotta Be That Way“ - verdammt cool, verdammt lässig, verdammt funky.

Im Blues „Miss Mistreated“ werden die Tieftöner der Lautsprecher ordentlich in Schwung gebracht, wohingegen gesanglich die Reife der erst 23 Jahre alte Sängerin deutlich wird. In „Figure“ kommt stimmlich eher die „Duffy“-Seite heraus, in weiten Teilen nur geringfügig von Piano und etwas Gitarre begleitet, ist sie sehr in Erzähllaune - dieser Track ist also Text-lastig. Jazzig wird es in „Every Single Beat“, einer Nummer mit ordentlich Latin-Flair - klasse gemacht, auch wenn es ein wenig aus dem Rahmen fällt. Perkussiv mit fetten Trommeln gehts auch im nächsten Stück zu: „Chains“, das ist sehr rhythmisch und fesselnd.

War 2016 die Musikpresse weltweit sehr vom Debüt der Finnin angetan, so dürften sie nun anerkennend nicken. Mit „Been Meaning To Tell You“ ist Ina Forsman ein Album gelungen, das Qualität demonstriert, was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Denn nicht selten folgen auf starke Erstlingswerke eher durchschnittliche Nachfolger, nicht so in diesem Fall. Das ist Kontinuität auf hohem Niveau.

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 25. Januar 2019
Label: Ruf Records
Bestell-Nummer: RUF 2051
Pressung: Pallas
Inhalt: 180g Vinyl
Besonderheit:


Besetzung

Ina Forsman - lead and backup vocals
Laura Chavez - guitar
Red Young - piano, keyboards
Jay Stiles - synthesizer, keyboards
Chris Maresh - electric & upright bass
Brannen Temple - drums & percussion
Alice Spencer & Mark “Kaz” Kazanoff - backing vocals
 

The Texas Horns:
Mark “Kaz” Kazanoff - tenor saxophone
John Mills - baritone saxophone & flute
Al Gomez - trumpet
Randy Zimmerman - trombone

Aufnahmen März 2018 in den Wire Recording Studios in Austin / Texas, USA


Trackliste

Seite 1

1. Be My Home
2. Get Mine
3. All Good
4. Genius
5. Whatcha Gonna Do
6. Why You Gotta Be That Way

Seite 2

7. Miss Mistreated
8. Figure
9. Who Hurt You
10. Every Single Beat
11. Chains
12. Sunny

 

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