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Michael Haentjes (links) und Mickie D (rechts) haben gut lachen - das Reissue von "Mickie D's Unicorn" ist klasse geworden!

Es gibt immer wieder Reissues, die jeden Cent wert sind und eine echte Bereicherung darstellen. Das Debütalbum „Mickie D's Unicorn" (1979) ist ein solches! Freunde von Elektronischer Musik und Krautrock Marke Kraftwerk, Klaus Schulze, Ash Ra Tempel und Bands wie Pink Floyd und Alan Parsons sollten da unbedingt mal reinhören. Die Review dazu.

 

Mickie D's Unicorn - Same (LP, 180g Vinyl)

Mickie Ds Unicorn Vinyl 2018 0301082NAV

Persönlich bin ich kein ausgesprochener Fan von Krautrock und auch nicht von Elektronischer Musik. Warum ich trotzdem diese LP von Mickie D mag, welche es seit 28. September 2018 wieder im Handel gibt, das liegt an mehreren Gründen. Deshalb finde ich es prima, sie in meiner Plattensammlung willkommen heißen zu können.

 

Ein Juwel aus der Krautrock-Ära

Mickie DDa wäre einmal die Gestaltung und Ausstattung: Das Klappcover offenbart nicht nur ausführliche Infos und Linernotes, es beherbergt auch ein vierseitiges Beiblatt mit weiteren Linernotes (in deutsch und englisch) und einigen Fotos. In den Texten erfährt man viel über den Musiker Michael Duwe alias Mickie D. Die bedruckte LP-Innenhülle enthält Negative aus der Fotosession, die auch eine spärlich bekleidete Dame zeigt.

Für das Mastering durch Thorsten Wyk (Studioleiter bei EDEL) wurden die original analogen Tonbänder verwendet, was zu einem überaus ordentlichen Klangergebnis führte. Das Schlagzeug klingt trocken und dynamisch, der gesamte Sound wirkt gut ausbalanciert.

Musikalisch steckt diese Schallplatte voller Überraschungen. Schon die erste Nummer „In Times Of The Unicorn" kommt episch-breit, wie eine Mischung aus Pink Floyd und Alan Parsons. Der Einfluss von Klaus Schulze, der das Album schließlich produzierte und auf seinem Label IC veröffentlichte, ist unüberhörbar. Der zweite Track hingegen kommt im Takt einer „Neu" Scheibe und zum Schluss schimmert ein gewisser Alan Parsons-Sound ziemlich deutlich durch. Am Schlagzeug spielt übrigens kein geringerer als Santana-Drummer Michael „Sunshine" Shrieve!
Michael Duwe, der die meisten Instrumente/Geräte spielt und alle Vokalparts übernahm, erweist sich als ideenreicher Musiker. Seine Zusammenarbeit mit Klaus Schulze war überaus fruchtbar. Schöne Melodien wie etwa in „Sundayborn Child" oder ein rockiges Stück wie „The Searcher" sind da noch die einfacheren Beispiele, wobei letzteres erstaunliche Polymoog-Strings- und Minimoog-Sounds zu bieten hat.

Seite 2 beginnt erst mal überraschend mit einem Reggae „Little Red Riding Hood", nur um anschließend von einem schneller Beat gefolgt zu werden: „Black Riders" - im Kraftwerk-Look - war seinerzeit immerhin ein Chartserfolg (Platz 6 der Single-Charts) beschieden. Die Instrumental-Nummer „West Of The Moon" kommt etwas unspektakulär, während die über sechs Minuten lange Komposition „A: Elbereth" wieder raffiniert und episch zugleich gestaltet ist. Auch hier sind wieder Alan Parsons-Ausdrucksformen zu hören. Einer der Gründe, warum ich diese LP eben doch mag!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 1979
Veröffentlichung Reissue: 28. September 2018
Label: Navigator
Bestell-Nummer: 0301082NAV
Pressung: optimal media
Inhalt: 180g Vinyl, vierseitiges Beiblatt mit Linernotes, Download-Code
Besonderheit: Klappcover, Innenhülle bedruckt

 

Besetzung

Mickie D. - Fender Stratocaster, lbanez-12-String, Ovation-12-String acoustic, ARP-Odyssey, Polymoog, Minimoog, PPG-Sequencer, EMS-Vocoder, vocals
Manfred „Mano" Opitz - Polymoog-Strings, Minimoog, Celli, Oboe
Helmut Hattler - Bass, Flageolett bass
Michael „Sunshine" Shrieve - Drums
Jan Fride - Congas

 

Trackliste

Seite 1

1. In Times Of The Unicorn 6:14
2. The Witch 4:54
3. Sundayborn Child 2:40
4. The Searcher 5:31

Seite 2

5. Little Red Riding Hood 3:57
6. Black Riders 5:06
7. West Of The Moon 3:35
8. A: Elbereth 6:08

 

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