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Mit "Hands On The Puzzle" hat die Henrik Freischlader Band einen Volltreffer gelandet | Foto Timo Wilke

Moderner Blues ist heute populär. Henrik Freischlader zeigt uns mit diesem Album allerdings auch noch etwas Anderes: wie sehr Blues, Soul und Jazz gemeinsame Wurzeln haben. „Hands On The Puzzle" hat von allem etwas und ist trotzdem eine typische Freischlader-Schallplatte! Die Review zur Doppel-LP.

 

Henrik Freischlader Band - Hands On The Puzzle (2 LP, 180g Vinyl)

Im Gegensatz zu seinen Solo-LPs ist „Hands On The Puzzle" also wieder eine gemeinsame Einspielung mit der Henrik Freischlader Band. Und genau darin verbergen sich die Besonderheiten der beiden Schallplatten, die sich in einem Klappcover verbergen. Neben der Gitarre, dem Bass und Schlagzeug hören wir in dieser Formation auch Saxophon und ein Keyboard bzw. eine Orgel. Damit und mit den cleveren Arrangements kommen wir zu den Elementen, die hier ein wenig anders sind als sonst.

 

Emotionen und Improvisationen - Hands On The Puzzle

Henrik Freischlader Band-Hands On The Puzzle VinylDass Henrik ein klasse Gitarrist ist, das wissen wir alle schon seit langem. Und das Meiste, was wir hier hören, ist in der einen oder anderen Form bereits auf früheren Platten vertreten gewesen - stilistisch. Doch an einer solchen Dominanz von Soul- und insbesondere Jazz-Einflüssen kann ich mich in der Form nicht erinnern. Zumindest bei den Vinylscheiben, die es von ihm gibt. Doch eines gab es schon vormals und ist auch auf diesem Werk präsent: gnadenlos geniale Balladen, als da wären „Where Do We Go" und „Animal Torture". In letzterem entlockt er seiner Gitarre sensationelle Riffs und die Kombi Saxofon-Orgel ist schlicht brillant! Klasse, dass diese wie auch einige andere Tracks Überlänge haben, immerhin 8:35 Minuten kann man sich an dieser feinsinnigen Ballade laben.

Henrik spielt natürlich auch die modernen Bluesrock-Nummern, die mal wuchtig und mal groovig um die Ecke kommen. Nummern wie „I Don't Work" sind eher klassisch und könnten fast aus den 50er stammen - mich spricht so etwas an, besonders durch das lässige Zusammenspiel von Saxofon, Gitarre und Keyboard. In anderen Tracks hingegen packt er und seine Mitspieler die improvisatorischen Fähigkeiten, manche jazzige Einlage gehört dazu (schick ist das Orgel-Solo in „Winding Stair"). Sehr emotional und extrem stark ist „Mournful Melody" , im langsamen Takt wird's verdammt melancholisch und herzzerreissend. Vor allem, wenn man den Text beachtet.

Ach, einen überraschenden Gastmusiker gibts zum Schluss auch noch: Helge Schneider! In der funky-souligen, fast elf Minuten dauernden Nummer „Creactivity" ist dieser Schalk in einem kurzen Part zu hören, natürlich in seiner typisch schrägen Art.

Insgesamt ist diese LP schön zwischen langsamen, mittleren und schnelleren Tempi ausbalanciert. Der Schwerpunkt ist klar der Bluesrock, der mal eher modern und dann wieder klassisch klingt. Der besondere Kick aber sind die großartigen Solo-Einlagen und Improvisationen sowie das extrem feinfühlige Zusammenspiel in den Balladen. Dass das Ganze auch noch klanglich überaus gelungen ist, gehört bei Freischlader längst zum guten Ton!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 24. August 2018
Label: Cable Car Records
Bestell-Nummer: CCR 0311-51-LP
Pressung: optimal media
Inhalt: 2x 180g Vinyl, Download-Code
Besonderheit: Klappcover, Beiblatt mit Songtexten

 

Besetzung

Henrik Freischlader - Gitarre & Gesang
Roman Babik - Keyboards
Marco Zügner - Saxophon
Armin Alic - Bass
Moritz Meinschäfer - Schlagzeug

Aufnahmen Frühjahr 2018 in den Megaphon Tonstudios in Arnsberg

 

Trackliste

Seite 1

1. Community Immunity 4:56
2. Love Straight 4:39
3. Those Strings 4:58

Seite 2

4. Winding Stair 5:19
5. Rat Race Carousel 3:42
6. Where Do We Go 7:49

Seite 3

7. Stand Up, Little Brother 3:24
8. Share Your Money 6:19
9. Animal Torture 8:35

Seite 4

10. I Don't Work 4:45
11. Mournful Melody 7:24
12. Creactivity 10:58