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Sha, Kaspar Rast, Nik Bärtsch, Thomy Jordi

Ein Quartett, das höchsten Ansprüchen gerecht wird: Nik Bärtsch’s Ronin | Foto: Jonas Holthaus

Die Musik von Nik Bärtsch's Ronin ist kein Jazz von der Stange, etwas, das man immer wieder hört. Auch das neue Werk „Awase" ist eine Performance der Extraklasse, insbesondere auch wegen der ganz exzellenten Klangqualität. Die Rezension versucht, dem Anspruch der LP zu folgen.

 

NiK Bärtsch's Ronin - Awase (2 LP, 180g Vinyl)

Hier werden keine Soli zelebriert, keiner der vier Musiker spielt sich in den Vordergrund. „Awase" steht im Aikido für „gemeinsame Bewegung", bei denen sich die Beteiligten in ihren Energien ergänzen. Übersetzt für die Musik dieser Doppel-LP bedeutet dies, dass das Quartett ständig interagiert, sich in seinen musikalischen Pfaden immer wieder kreuzt und ebenso im Gleichtakt zur Einheit findet. „Awase" ist für Freunde ästhetisch-avantgardistischer Klänge ein Festmahl.

 

Awase - ein musikalisches Kunstwerk

Nic Baertschs Ronin-Awase VinylWie bereits aus seinen vorangegangenen LPs kennt man den Schweizer Nik Bärtsch als Freund der japanischen Kultur, zu der selbstverständlich auch die Kampfkunst gehört. So verwundert es nicht, dass er an musikalische Umsetzung von Ideen anders herangeht als viele zeitgenössische Pianisten. Es geht hier weder um traditionelle Jazz-Formen, noch um sensationelle Neuerungen. Er betrachtet nur den bestehenden Ist-Zustand des Jazz und anderen Musikstilen aus seiner ganz eigenen Sichtweise.

Um eine Ahnung davon zu bekommen, was man darunter verstehen könnte, mag man sich folgendes vorstellen: den Rhythmus des Funk mit Kammermusik verbinden, japanische Ritualmusik im Einklang mit perkussiven Soundkollagen bringen. Bei den sechs Stücken dieses Albums klingt keines wie das andere und schon gar nicht vergleichbar mit bekannten Melodien oder Rhythmen. Dennoch ist es unglaublich spannend, den Interaktionen dieses Quartetts zu folgen - und zwar in deren ganzheitlichen Darbietung. Wohlgemerkt, alle vier spielen in kollektiver Weise und nie solistisch.

Mit der Formation Ronin hatte Nik Bärtsch zuletzt vor sechs Jahren ein Album eingespielt: „Live" (2012). In diesem Quintett war noch Andi Pupato an den Perkussion dabei, der inzwischen allerdings die Band verlassen hat. Ansonsten ist das Team identisch, nun als Quartett näher am musikalischen Material. Tatsächlich wirkt das Klanggebilde, die Rhythmusstrukturen und die gestalterischen Elemente bei „Awase" schlanker und klarer. Bärtsch bezeichnet dies übrigens als „Ritual Groove Music" - wer dieses Werk gehört hat, versteht es.

Die Aufnahme entstand wieder im Studio La Buissonne in Südfrankreich, welches durch seine vorzügliche Akustik bekannt ist. Wir konnten dies schon bei einigen ECM-LPs kennenlernen, „Awase" setzt dieses hohe Niveau fort.

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 4. Mai 2018
Label: ECM Records
Bestell-Nummer: ECM 2603
Pressung: optimal media
Inhalt: 2x180g Vinyl, Download-Code
Besonderheit: Klappcover

 

Besetzung

Nik Bärtsch - piano
Sha - bass clarinet, alto saxophone
Thomy Jordi - bass
Kaspar Rast - drums

Aufnahmen Oktober 2017 in den Studios La Buissonne, Pernes-les-Fontaines in Frankreich

 

Trackliste

Seite 1

1. Modul 60 5:08
2. Modul 58 18:19

Seite 2

3. A 8:23
4. Modul 36 13:37

Seite 3

5. Modul 34 8:51
6. Modul 59 11:01

Seite 4

Leer / unbespielt

 

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