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Kim Wilde anno 2018 - sieht man da ein kennermäßiges Lächeln? | Foto: Steve Ullathorne

Ein Plattencover wie ein Science Fiction-Filmplakat aus den 50ern - ist „Here Come The Aliens" ein Retro-Album mit „Kids In America" und „Cambodia" Aufwasch? Die Pop-Ikone Kim Wilde hatte wohl anderes im Sinn - oder vielleicht doch ein Blick zurück? Die Rezension gibt Aufschlüsse darüber.

 

Kim Wilde - Here Come The Aliens (LP, 180g Colored Vinyl)

Nun geht die Karriere von Kim Wilde natürlich nicht bis in die 50er Jahre zurück. Die britische Sängerin hatte ihren ersten großen Erfolge mit „Kids In America" im Januar 1981. Mit dem damals populären Synthiepop eroberte sie die Charts weltweit - „Chequered Love" und „Water On Glass" waren ihre nächsten Meilensteine. Der Begeisterung ebbte erst ab, als ihre LPs etwas anspruchsvoller wurden „Catch As Catch Can" (u.a. mit dem Hit „Love Blonde"). Nur in Deutschland und Frankreich blieben ihr die Fans treu, insbesondere in ihrer Heimat war ihr Stern auf Sinkflug. Das änderte sich erst wieder 1986 mit „You Keep Me Hangin' On" und „Another Step (Closer to You)" - tanzbare Pop-Songs. Nach weiterem Auf und Ab vergingen die Jahre - die Musikwelt wandelte sich und die Frage ist: wie ist eine Musikerin wie Kim Wilde damit verbunden - im Jahre 2018?

 

Zurück in die Achtziger

Kim Wilde-Here Come The Aliens VinylMit „Here Come The Aliens" erschien nun eine Schallplatte, die uns zeigt, dass hier eine Künstlerin in der Lage war, über drei Jahrzehnte Erfahrungen einzubauen. Zunächst war ich überrascht, wie sehr sie stimmlich an ihre frühen Tage erinnert - ein Ergebnis moderner Technik oder singt sie tatsächlich noch so frisch und jugendlich? Nun, bei ihren kommenden Livekonzerten in Deutschland wird sie das wohl unter Beweis stellen.

Produziert wurde das Album von ihrem Bruder Ricky Wilde, das schicke Artwork des Plattencovers und der Innenhülle stammt von ihrer zweifellos talentierten Nichte Scarlett Wilde. Zur Band von Kim Wilde gehört Drummer Jonathan Atkinson, der in den Achtzigern bei Kajagoogoo spielte. Kein Zufall, denn diese LP ist meinem Empfinden nach stark an diese Ära orientiert. 80er und 90er Jahre - diese Zeit spiegelt sich deutlich wieder.

Mit „1969" rockt die Platte erstmal ordentlich los. Kim erinnert sich darin an das Jahr 1969, als sie mit 8 Jahren im heimischen Wohnzimmer die ersten Schritte von Neil Armstrong auf dem Mond im Fernseher erlebte. Der zweite Song „Pop Don’t Stop“ ist mehrfach mit Zutaten der 80er gespickt: von Buggles „Video Killed The Radio Star" bis hin zu „Cars" von Gary Numan und Elvis Costello's „Pump it Up“ - eine eingängige Pop-Nummer. Ein weiterer Star jener Epoche war auch Inspiration zu „Kandy Krush": Billy Idol, entsprechend wurde die Nummer eine Mischung aus leicht punkig angehauchtem Rock und dem typischen Kim Wilde-Pop. Auch „Stereo Shot" haucht den Geist alter Wilde-Hits, auch wenn moderne Sound-Elemente die Verbindung zu heute herstellen. Und wer bei „Yours Til The End" grübelt, worauf sich dieses Stück bezieht - Kims Inspiration hierfür war „The Reflex" von Duran Duran! Ein Song, der mich angesprochen hat, ist die Ballade „Solstice", die mich in gewisser Weise an Madonna erinnert. Wobei die opulenten Streichersounds mit untergeschobener, mächtiger Basslinie diesen Track ziemlich ausserhalb dem sonstigen Stil der Platte bewegt.

Catchy mit einem Touch New Wave kommt „Addicted To You", ordentlich Gas gibt Kim in „Birthday" - mit Blondie-Anleihen. „Cyber.Nation.War" hat mit seinem Industrial-Sound etwas geheimnisvolles, der treibende Beat ergänzt dieses Stück zu einem absolut zeitgemäßen Update. Auch wieder herausragend, das nur bedingt zum Rest der Platte passt - aus meiner Sicht top. Zurück zu den Achtzigern mit „Different Story", der Glamrock ruft und „Rock The Paradiso", hier stand The Cult mit „She Sells Sanctuary" Pate. Der letzte Song der Platte ist ebenfalls wie „Solstice" eine schöne Ballade: „Rosetta". Hier singt Kim im Duett mit der schwedischen Sängerin Frida Sundemo. Die spacigen Sound-Zutaten erinnern an die Raumsonde Rosetta, die im August 2014 den Orbit des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreichte.

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 16. März 2018
Label: earMusic
Bestell-Nummer: 0212753EMU
Pressung: optimal media
Inhalt: 1x 180g durchsichtig-grüngelbes Vinyl, Innenhülle bedruckt, Download-Code
Besonderheit:

 

Besetzung

Kim Wilde - vocals
Ricky Wilde - guitar, producer, backing vocals
Neil Jones - guitar
Steve Power - keyboards, piano
Paul Cooper - bass
Jonathan Atkinson - drums, percussion
Scarlett Wilde - backing vocals

Gastmusiker
Frida Sundemo - vocals (in „Rosetta")

 

Trackliste

Seite 1

1. 1969
2. Pop Don't Stop
3. Kandy Krush
4. Stereo Shot
5. Yours Till The End
6. Solstice

Seite 2

7. Addicted To You
8. Birthday
9. Cyber.Nation.War
10. A Different Story
11. Rock The Paradiso
12. Rosetta

 

Die Tournee

02.10.2018 DE – München, Muffathalle
04.10.2018 DE – Mannheim, Capitol
06.10.2018 DE – Köln, Live Music Hall
07.10.2018 DE – Bremen, Pier 2
08.10.2018 DE – Bochum, Zeche
09.10.2018 DE – Hamburg, Große Freiheit 36
11.10.2018 DE – Schwalmstadt, Festhalle
12.10.2018 DE – Hannover, Capitol
13.10.2018 DE – Berlin, Huxleys Neue Welt
15.10.2018 DE – Frankfurt/Main, Batschkapp
16.10.2018 DE – Stuttgart, Theaterhaus
17.10.2018 DE – Nürnberg, Hirsch

 

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