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Fünf strake Pop-Songs einer jungen Sängerin aus der Schweiz: Veronica Fusaro | Foto: Tobias Sutter

Eine Schweizerin betört uns mit ihrer angenehmen Stimme und einem tanzbaren bis melancholischen Pop, der so erfreulich jenseits des Mainstream gelandet ist: Veronica Fusaro. Mit den Songs ihrer neuen EP „Ice Cold" erobert sie die europäischen Bühnen und wurde zurecht für die Swiss Music Awards nominiert. Hier die Review zum Vinyl.

 

Veronica Fusaro - Ice Cold (EP, 180g Vinyl)

Das Cover dieser Mini-LP ist nicht dunkel, sie ist hellblau, nicht strahlend, eher so ein Eisblau. Die Schweizerin Veronica Fusaro hingegen ist schwarz gekleidet. „Ich denke sehr viel über jene Dinge, die in meinem Leben und um mich herum passieren, nach", sagt Veronica. Und: „wenn ich nachdenklich bin, bin ich viel inspirierter als wenn ich glücklich bin. Deshalb, so denke ich, hat meine Musik diesen leicht blauen Teint".
Und inspiriert sind diese fünf Songs, denen ich gerne diese Platten-Rezension widme.

 

Es geht auch stilvoll - „Ice Cold" ist Pop der besseren Sorte

Veronica Fusaro-Ice Cold VinylIch gestehe, für Musik dieser Art eine Schwäche zu haben. Souliger Dance-Pop, der mehr sanft groovt als lauthals und billig auf Radioformat getrimmt ist. Die Zutaten der Produktion von „Ice Cold" sind jetzt nicht wirklich großartig different zu denen, die wir zuhauf im Formatradio mit leicht konsumierbarer Musikauswahl hören. Damit betreibt Veronica Fusaro sicherlich einen Balanceakt, einerseits Chancen auf Popularität zu bekommen und andererseits das Qualitätslevel ihrer Musik hoch zu halten. Ich glaube, wenn sie diesen nun aufgegriffenen Stil weiter ausbaut und mit künstlerisch eher anspruchsvollen Kompositionen verknüpft, gehört ihr die Zukunft.

Die Songs entstanden nach Einbruch der Dunkelheit. Ihre einprägsame und ausdrucksstarke Stimme steht im Mittelpunkt der coolen Rhythmen und am Computer generierten Sounds, die ihrerseits auswechselbar wären, wenn nicht die Ausgestaltung etwas anderes offenbart. Gleichwohl sie internationalen Flair atmen, so merkt man, dass hier eine Musikerin einen Ausdruck gesucht und gefunden hat. Ähnlich einem Songwriter, der abends eine Idee hat und sie am Rechner in eine Melodie wandelt.

Mit „Off You" beginnt die Platte höchst ansprechend, dezent instrumentiert und ihren Gesang in den Mittelpunkt gerückt - sehr clever! Damit vereinnahmt die junge Sängerin ihre Zuhörer, raffiniert und dabei mit einer schönen Melodie verziert. „Better If You Go" hat wohl doch durch eine mitreissende Beatstruktur das Zeug dazu, ein Hit zu werden. In „Goddamn" baut sie einen Dub ein, sehr reizvoll und zugleich fast ein wenig geheimnisvoll inszeniert, wie der Soundtrack zu einem Kino-Blockbuster. Der HipHop-Beat in „Never Getting Down" kommt lässig und mündet in eine gefällige, entspannte R&B-Nummer mit einem optimistischen Ausblick.

So endet eine Schallplatte, von der ich mir mehr als diese rund 18 Minuten Spieldauer wünschen würde. Und vielleicht nimmt die hübsche Schweizerin auch die Gitarre in die Hand und integriert akustische Instrumente, dann hat sie mich vollends erobert. Was mich dann doch etwas verblüfft: entgegen dem Plattentitel „Ice Cold" wirken die Songs warm und angenehm, sie streicheln das Ohr eher, als dass sie irgendwie kühl oder abweisend klingen. Veronica Fusaro wird schon bald aus der aktuellen Pop-Szene nicht mehr wegzudenken sein, da bin ich mir sicher!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 9. Februar 2018
Label: Deepdive Records
Bestell-Nummer: DEEP071
Pressung: Vinyl Plant LLC, Estland
Inhalt: 1x 180g Vinyl, Download-Code
Besonderheit:

 

Trackliste

Seite 1

1. Off You
2. Better If You Go

Seite 2

3. Goddamn
4. I Still
5. Never Getting Down

 

Live 2018 (Support von Kadebostany):

17.04.2018 Berlin, Lido
18.04.2018 Hamburg, Knust
19.04.2018 München, Freiheiz

 

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