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Die Finnin mit der grandiosen Opernstimme ist in ihrem Element: The Shadow Self | Copyright earMUSIC / Foto Tim Tronckoe

Für Tarja ist 2016 ein besonderes Jahr: im Juni erschien „The Brightest Void" (The Prequel) und nun im August das Hauptalbum „The Shadow Self". Dieses opulente Mahl serviert sie nicht nur ihren zahlreichen Anhängern, sondern all jenen, die symphonischen Metal lieben. Und in diesem Metier ist die Finnin mit der grandiosen Opernstimme in ihrem Element. Lest hier bei Vinyl-Fans.de in der Rezension über die Besonderheiten der LP-Ausgabe.

 

Tarja - The Shadow Self (2 LP, 180g Coloured Vinyl)

Tarja-The Shadow Self VinylOptisch ist diese Doppel-LP schon mal ein richtiger Hingucker: die beiden Scheiben sind in Schwarz-Weiß zweigeteilt. Damit wird die grafische Gestaltung des Klappcovers aufgegriffen, in den diese Farben dominieren. Der Metallrahmen und die Lederkluft mag etwas darüber hinwegtäuschen, dass es musikalisch durchaus warme Momente gibt, die in erster Linie durch die Vielzahl akustischer Instrumente entstanden. Im Mittelpunkt aber stehen harte Riffs, druckvoller und wuchtiger Symphonic Metal, raffiniert und abwechslungsreich gestaltet.

 

Symphonic Metal hat ein Aushängeschild: Tarja!

Ein Piano-Intro leitet dieses Werk ein, dieses Instrument - beeindruckend gespielt von Izumi Kawakatsu - begegnet uns noch in weiteren Songs. „Innocence" ist ein reizvoller Auftakt, der sich zweiteilt und über sechs Minuten lang mit interessanten Wendung aufwartet. Im Anschluss daran wird's animalischer, mit Alissa White-Gluz kommt ein grunzendes Stimmchen dazu, da bleibt einem erst mal die Spucke weg, wenn man Bilder dieser hübschen kanadischen Sängerin kennt! In dem melodischen „No Bitter End" bekommt man Nightwish-Atmosphäre geboten, man kennt den Track allerdings schon vom vorangegangen Album, ebenso „Eagle Eye".

Die zweite LP-Seite zeigt sich mit langsameren Tempi, die Ballade „Love To Hate" hat deutlich orchestralen Charakter, während sich „Supremacy" gut als Soundtrack für James Bond Filme eignen würde. Gerade in dieser Nummer zeigt sich der ausdrucksstarke Gesang von Tarja Turunen besonders gut, richtige Metal-Fans werden sich von diesem Stück sicher mit Grausen abwenden - Geschmacksache! Folkloristisch wird es gar im dritten Track „The Living End" mit Dudelsack-Klängen und wieder schönen Piano-Parts.

Diva" zeigt sich verspielt und kommt auch mal mit überraschenden Elementen, ist aber sonst unspektakulär inszeniert, wenngleich natürlich auf gehobenen Niveau. Ebenso der „Undertaker", der sich melodisch durch die Gehörgänge schiebt. Warum Tarja bei so vielen Rock-Fans hoch im Kurs steht, kann man bei „Calling From The Wild" gut erkennen: es gibt die fette Breitseite, eine gute Melodie-Struktur und den überragenden Gesang, der sich zum Ende hin kaskadisch aufbaut. Und mit „Too Many" schließt die Finnin das Album würdig ab, hier finden noch einmal Orchester und Band zusammen, das Stück dauert fast 13 Minuten!
Wer jetzt die Nadel noch nicht hochnimmt und Geduld hat, bekommt noch einen verblüffenden Hidden Track zu hören: Thrash Metal meets Dancefloor - ich gebe es zu, das ist das stärkste dieser zwei LPs und verdient eine Ausdehnung auf ein ganzes Album! Ob das so als Teaser gedacht ist?

Tarja Turunen anno 2016 ist absolut in Bestform. Sie wird es mit diesen beiden Werken - also „The Brightest Void" und nun „The Shadow Self" nicht schaffen, ihre Kritikern umzustimmen und zu sich rüberziehen können. Doch für den nach allen Seiten offenen Rockfan, der sinfonischen Klänge mit harten Gitarrenriffs hören kann, ist Tarja erste Sahne - ja, das Menü hat gemundet! Und die Pressqualität der Schallplatte kann sich sehen lassen, sie ist erstaunlich Nebengeräusch-frei, angesichts einer so aufwändigen Sonder-Fertigung mit Schwarz-Weißen Vinyl ist das so nicht unbedingt zu erwarten. Top!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 5. August 2016
Label: earMusic
Bestell-Nummer: 0211071EMU
Pressung: optimal media
Inhalt: 2 LPS, 180g Vinyl, Klappcover, Innenhüllen mit Texten bedruckt, Downlode-Code
Besonderheit: Schwarz-Weißes Vinyl

 

Trackliste

Seite 1

1. Innocence
2. Demons In You (with Alissa White-Gluz)
3. No Bitter End

Seite 2

4. Love To Hate
5. Supremacy
6. The Living End

Seite 3

7. Diva
8. Eagle Eye (with Toni Turunen - album version)
9. Undertaker

Seite 4

10. Calling From The Wild
11. Too Many
12. Hidden Track

 

Die Konzert-Tour

Tarja – The Shadow Shows 2016
Very Special Guest: Angra

07.10.16 Hannover, Capitol
08.10.16 Hamburg, Docks
10.10.16 Berlin, Huxleys
11.10.16 Köln, Live Music Hall
12.10.16 Frankfurt, Batschkapp
14.10.16 Stuttgart, Das Wizemann
15.10.16 München, Backstage Werk

Die Review der LP „The Brightest Void / The Prequel" kannst du hier lesen.