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Stimmen - sie sind oft das zentrale Aushängeschild einer Band. Das Stuttgarter Trio Perigon zeigt uns, dass hinter den so beeindruckenden Gesängen von Sabrina Schray und Débora Vilchez noch weit mehr steckt. Popmusik entfaltet bei dieser Formation immer wieder unerwartete Momente, wobei sanft-melodische Nummern von musikalischen Eruptionen unterbrochen werden. Und diese Musik weckt Erinnerungen, besonders bei älteren Musikfreunden!

 

Perigon - Crushed Pearls (LP, Colored Vinyl)

Ich darf diese Platte mal als Entdeckung einer Musik bezeichnen, wie man sie heute eher selten hört. Vieles an „Crushed Pearls“ erinnert mich an die Wave- und Postpunk-Ära der 80er. Der Gesang, die Synthesizer, die Drumcomputer, das Minimalistische. Einfache Drumbeats, schlichte Basslinien und keineswegs komplizierte Synthieklänge sorgen dafür, dass man sich dieser LP zunächst leicht und auch neugierig nähert. Besonders bei der Stimme von Sabrina Schray dürften die Ohren aufgehen.

 

Verblüffende Wendungen

Perigon Crushed Pearls Vinyl 2022Perigon war Anfang 2014 noch ein Damen-Duo, einige Zeit später stieß mit Debora Vilchez eine weitere Lady hinzu. 2018 stieg Anne Pflug aus und ein Mann trat hinzu: Fabian Wendt. Damit änderte sich auch das Klangspektrum, die Mischung aus einem reduzierten Sound und progressiven Elementen erwies sich als fruchtbar. „Crushed Pearls“ ist somit das erste Album dieses neuen Trio Perigon.

Wenn wie in „Achta“ die dunkle Stimme von Sabrina Schray im Hintergrund durch die heller tönenden Backvocals von Débora Vilchez ergänzt werden, ein dunkel dräuendes Synthesizer eine geheimnisvolle Atmosphäre erzeugt, dann dürfte man sich der Aufmerksamkeit des Zuhörers sicher sein. Oder wenn etwa „Hush“ schlicht beginnt und dann sich zu einem kakophonischen Gebilde aufbaut. Es ist beeindruckend, wie sehr hier einfache und sehr schön anzuhörende Melodien mit raffinierten instrumentellen Einfällen kontrastiert werden. Eine eingeworfene E-Gitarre hier, die verblüffenden Klänge der 10-saitigen Chapman Stick dort. Und immer wieder der Gesang.

Sabrina Schray zeigt sich in ihren Ausdrucksfähigkeiten und Stimmlagen erstaunlich wandlungsfähig. Von lieblich sanft bis dunkel-kratzbürstig und soulig hat sie ein breites Portfolio zu bieten. Wer will, kann da gedankliche Annäherung zu Sängerinnen wie Grace Jones, Annie Lennox und sogar Patti Smith ausmachen. Also wieder die 80er. Und doch lehnen sich Perigon nicht an die Vergangenheit an, vielmehr haben sie stimmungsvolle und schlicht konstruierte Songs geschaffen, die im Heute genauso funktionieren wie einst. Und so künstlerisch vielseitig sie gestaltet sind, deuten sie an, dass sich da etwas Spannendes entwickelt. Dieses Album ist jedenfalls schon ein reizvoller Weg in die Zukunft!

Das mir vorliegende rot-transparente Vinyl ist teils nicht ganz knisterfrei, geht aber sonst recht sauber durch. Und klanglich ist die LP auf einer guten Seite, es macht Spaß, sie zu hören.

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 19. Juni 2022
Label: Eigenverlag
Bestell-Nummer:
Pressung: MPO
Pressqualität*: 3
Inhalt: 140g farbiges Vinyl
Besonderheit: Download-Code
Aufnahmen:

 

Besetzung

Sabrina Schray - vocals, synthesizer, lyrics
Débora Vilchez - drums, electronic drums, backing vocals
Fabian Wendt - bass, chapman stick, electric guitar, backing vocals

 

Trackliste

Seite 1

1. Chin 4:26
2. Hush 4:19
3. Achta 4:02
4. Radiance 2:31
5. Honey Peeling 3:52
6. Virgo 1:53

Seite 2

7. Crushed Pearls 5:52
8. Father 4:26
9. Sick Rose 3:07
10. Framework 2:55
11. Brothers Shirt 4:27

 

* Pressqualität 1-5:
1= starke Nebengeräusche, deutlich sichtbare Pressfehler
5= keinerlei Nebengeräusche, optisch perfekt

 

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