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die kanadische Sängerin Elise LeGrow

Eine junge Kanadierin betört mit ihrer Debüt-LP: Elise LeGrow | Foto: Shervin Lainez

Seit Amy Winehouse den Weg in den Musiker-Olymp gefunden hat, fehlt der irdischen Welt eine großartige Stimme. Hin und wieder aber gibt es Hoffnung auf eine adäquate Nachfolgerin. Die Kanadierin Elise LeGrow könnte eine solche sein, ihr Debütalbum „Playing Chess" ist ein fantastischer Einstieg. Mehr dazu in der Review.

 

Elise LeGrow - Playing Chess (LP, Vinyl)

Wir drehen das Rad der Zeit etwas zurück und landen im Jahr 2003, als das Team mit S-Curve Records-Chef Steve Greenberg, der R&B-Legende Betty Wright und dem Produzenten Mike Mangini eine sensationelle Schallplatte dem staunenden Musikpublikum präsentierten: „The Soul Sessions" von Joss Stone. Genau dieses Team hat nun wieder zusammengesessen, um wieder etwas Außergewöhnliches zu schaffen. Dazu luden sie die hübsche kanadische Sängerin Elise LeGrow ins Studio, um zusammen mit vielen anderen Musikern eine ganz und gar Oldschool-mäßige LP einzuspielen.

 

Schwelgen - nicht nur in Erinnerungen

Elise LeGrow-Playing Chess VinylUnd nun gehen wir in der Zeitleiste noch weiter zurück, viel weiter - in die 50er Jahre. Der Ort: Chicago/USA. Dort gründeten die Brüder Leonard Chess und Phil Chess das gleichnamige Plattenlabel Chess Records. Namen wie Muddy Waters, Etta James, Bo Diddley und Chuck Berry gehören seit dieser Ära zu den unvergesslichen Musikern, die mit ihren Songs Geschichte geschrieben haben. Und alle waren bei diesem angesagten Label zuhause. So und nun kehren wir wieder zurück in die Gegenwart - zurück zu S-Curve, hören uns die Platte an, um die es hier geht. Denn, sie verbindet tatsächlich diese Epochen auf elegante Weise.

Die elf Tracks von „Playing Chess" sind allesamt Reminiszenzen an die große Chess-Ära. Die Besetzung im Studio ist dem Thema entsprechend traditionell dem R&B verbunden: akustische Instrumente und so großartige Tasten-Maschinen wie Hammondorgel B3 oder Wurlitzer Piano. Und am Mikro steht eine Dame, die mit ihrer rauchigen, dunkel timbrierten Stimme beste Erinnerungen an Stimmen der 50er und 60er Jahre weckt. Was mir nun bei dieser LP aber am besten gefällt, ist die Tatsache, dass man kein typisches Retro-Album kreiert hat, sondern die alten Kompositionen einfach respektvoll neu interpretiert hat. Mit Stil und Klasse.

Die Nummern haben souligen Groove, wirken mitreissend und überzeugen mit einer wunderbar warmen Ausstrahlung. Und obwohl die Ballade „You Never Can Tell" (eine Chuck Berry Komposition) gegenüber den beiden vorherigen, schwungvollen Tracks etwas aus der Stimmung herausgerissen wirkt, so ist sie für mich ein emotionaler Höhepunkt, der jedes Mal aufs neue für Gänsehaut sorgt. Aber hört euch unten einfach selbst den Song an. Ein weiterer Höhepunkt, der ebenfalls stellvertretend für den Rest steht: „Rescue Me" - mit jazzigen Arrangements und einem verführerischen Groove (im Video unten zu sehen und zu hören).

Dies sind typische Beispiele dafür, wie man bei dieser Produktion das alte Material dazu verwendet hat, es grundlegend neu zu konzipieren, also nicht etwa die Vorlagen einfach nachzuspielen. Auch wenn hier Martha And The Vandellas blinzelnd um die Ecke schauen oder dort George Clinton anerkennend zu nicken scheint - „Playing Chess" ist eine eigenständige Produktion der Extraklasse. Elise LeGrows Debüt ist für mich eines der vielversprechendsten LPs des noch jungen Jahres 2018!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 16. Februar 2018
Label: Strange S-Curve / BMG Rights Management
Bestell-Nummer: 538364891
Pressung: Hand Drawn Pressing, Texas/USA
Inhalt: 150g Vinyl
Besonderheit: Beiblatt, Download-Code

 

Besetzung

Elise LeGrow - vocals
Ben Eunson - guitar
Kirk Douglas - guitar
David Guy - trumpet
Cochlea Gastelum - saxophone
Neal Sugarman - saxophone
Ian Henderson Smith - saxophone
Michael Mitchell - piano, Wurlitzer, Rhodes
Dylan Meek - keyboards, piano
Raymond Angry - Hammond B3
Leon Boykins - bass
Orlando Fleming - bass
Jake Goldas - drums
Ahmir „?uestlove" Thompson - drums
The Dap Kings Horns

 

Trackliste

Seite 1

1. Who Do You Love 3:54
2. Hold On 3:03
3. You Never Can Tell 3:06
4. Over The Mountain 4:08
5. Searching For My Baby 2:49

Seite 2

6. Long And Lonely Nights 3:15
7. Going Back Where I Belong 2:28
8. Rescue Me 3:11
9. Can't Judge A Book 3:02
10. Can't Seem To Shake It 2:52
11. Sincerely 3:43

 

Videos zu „Playing Chess"

 

 

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