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„Paranormal“ - Ein Alice Cooper ist Bestform - die Rezension bei Vinyl-Fan.de

Alice Cooper ist in Bestform: „Paranormal“ ist nicht nur wegen der Urbesetzung und den Gast-Stars ein Top-Album geworden | Copyright earMUSIC / Foto: Rob Fenn

Alice Cooper war nie so recht mein Fall, von ein paar Hits abgesehen. Seinem Auftritt konnte ich einfach nichts abgewinnen. Die Zeit vergeht und nun landete das neue Album „Paranormal“ auf meinem Plattenteller. Eine Überraschung wartete auf mich, von der ich euch in dieser Rezension erzählen möchte.

 

Alice Cooper - Paranormal (2 LP, 45rpm 180g Vinyl)

Ein netter Herr auf dem Plattencover - oder muss man sagen, die beiden Köpfe stehen für zwei Persönlichkeiten? Das könnte dann ja „Paranormal" sein. Nett sieht er aus, der Herr Alice Cooper anno 2017. Die Mundwinkel auf trotzig böse gepeilt und mit seinem zweiten Ich zeigt er stolz seine dritten Zähne. Nun, mit 69 kann es schon mal passieren, dass die Haare etwas durcheinander sind. Schließlich ist man beim Fototermin ungeduldig und hat keine Zeit für die Visagistin. Oder hatte er vielleicht zu viel Zeit für sie, böse ist, wer böse denkt. Nein, Scherz beiseite. Während ich diesen Text höre, läuft das Album bereits zum zweiten Mal und ich bin hin und weg!

 

„Paranormal" - Ein Alice Cooper ist Bestform!

Alice Cooper-Paranormal VinylSchon, als ich den Namen Bob Ezrin auf dem Plattencover gelesen hatte, war mir klar, wohin der Weg bei diesem Album geht. Der kanadische Produzent Ezrin war nicht nur bereits Anfang der 70er der Wegbereiter für die großen Erfolge von Alice Cooper, sondern auch sorgte auch bei Bands wie Pink Floyd, Lou Reed, Peter Gabriel und Deep Purple für exzellente Platten. Insbesondere bei letzteren hatte er dieses Jahr mit „inFinite" ein sagenhaftes Rockalbum produziert. Und gerade bei dem Opener von „Paranormal" höre ich genau den gleichen Sound wie bei Deep Purples 2017er Werk heraus!

Ezrin holte aus den Jungs, die da im Studio zusammenspielten, das Beste heraus. Die Songs wirken rund herum gelungen und perfekt arrangiert. Trotzdem zeigen sie sich rotzig hier und verspielt dort. Cooper hat es nicht nur geschafft, an seine erste Hochphase Anfang der 70er zu erinnern, sondern auch den Spagat zu einer zeitgemäßen und zugleich straighten Rockscheibe anzusetzen. Seine Stimme balanciert von rau-kratzbürstig bis verfremdeten Tönen (zu hören in der David Bowie-Manier in „The Sound Of A"). Sehr, sehr cool finde ich bereits den Opener und zugleich Titelsong „Paranormal". Hier wird sofort deutlich, auf welch hohem Qualitätsniveau sich Alice Cooper und seine Mitspieler bewegen. Zur Besetzung gleich noch mehr. Zunächst noch ein Wort zur Musik selbst: die Rock'n'Roll-Stücke haben klassisches Feeling, sie reichen stilistisch zurück in die 70er. Andere Nummern wieder landen ein paar Jahre später in den 80ern und doch kommen sie aufgrund der Top-Produktion ganz klar aus unseren Tagen. Dieses etwas sich wiedersprechende Feeling hat schon bei Deep Purple und ihrer LP „inFinite" bestens geklappt. Was mich auch echt überrascht hat: jeder Song hat seinen eigenen Reiz, der diese Doppel-LP trotz des an sich kompakt wirkenden Gesamtwerkes recht abwechslungsreich erscheinen lässt.

Hört man die starken Gitarrensolid, den druckvollen Bass und das wuchtig und doch vielseitig gespielte Schlagzeug, so richtet sich der Blick schnell auf die Besetzung, mit der Alice Cooper diese zwölf Stücke eingespielte. Und da traut man seinen Augen nicht: mit dabei waren ZZ Top-Gitarrist Billy Gibbons, U2-Drummer Larry Mullen und Roger Glover, der legendäre Deep Purple-Bassist. Und dann die eigentliche kleine Sensation: Cooper hatte seine ehemaligen Bandkollegen aus den Anfangstagen zur Seite: Gitarrist Michael Bruce, Bassist Dennis Dunaway und Neal Smith an den Drums! Jetzt ist klar, warum „Paranormal" alles andere als normal ist...

Die Vinyl-Ausgabe klingt kompakt und druckvoll, sauber produziert. Die 45 Umdrehungen pro Minute sorgen für ein astreines Klangbild, auch wenn vielleicht die letzte Feinauflösung fehlt. Doch die brauchts bei dieser Art Musik nicht, das muss rotzen und das tut es auch. Leider stecken die beiden ordentlich (wenn auch nicht perfekt) gepressten Vinyl-Scheiben in umgefütterten, aber bedruckten Innenhüllen. Ich hab sie erst mal gewaschen und in neue gefütterte Innenhüllen gesteckt. Für das schaurige Bild auf den beiden Innenseiten ist das Büro Dirk Rudolph zuständig, deren Grafiken auch schon Alben von Rammstein, Tarja oder Unheilig zierten.

Eine ebenfalls schöne Überraschung ist die beiliegende CD, auf der sechs Live-Aufnahmen hören, die am 6. Mai 2016 in Columbus, Ohio/USA eingespielt wurden. Darunter die Hits „No More Mr. Nice Guy", „Billion Dollar Babies" und „School's Out".

Klassischer Rock, ganz oldschool und doch produktionstechnisch voll auf der Höhe der Zeit. So präsentieren sich Alice Cooper und seine prominenten Mitspieler mit einem Album, das man in dieser Form nicht erwarten konnte. „Paranormal" ist allerfeinste Rock-Unterhaltung, Entertainment in Champions-League-Format. Und es ist eine Zeitreise, für die auch die Urbesetzung der Alice Cooper-Band verantwortlich ist. Meine Top-Empfehlung für diesen Rock-Sommer 2017!

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 28. Juli 2017
Label: earMusic
Bestell-Nummer: 0212198EMU
Pressung: optimal media
Inhalt: 2 LPs, 180g Vinyl
Besonderheit: 45rpm, Klappcover, Innenhüllen mit Texten bedruckt, Bonus-CD

 

Trackliste

Seite 1

1. Paranormal
2. Dead Flies
3. Fireball

Seite 2

4. Paranoiac Personality
5. Fallen In Love
6. Dynamite Road

Seite 3

7. Private Public Breakdown
8. Holy Water
9. Rats

Seite 4

10. You And All Of Your Friends
11. Genuine American Girl
12. The Sound Of A

 

Die Konzert-Tour

02.08. Dresden - Junge Garde
18.11. Krefeld - Königspalast
20.11. Aurich - Sparkassen-Arena
21.11. Frankfurt - Jahrhunderthalle
23.11. Berlin - Tempodrom
24.11. Neumarkt - Jurahalle
25.11. Ludwigsburg - MHP Arena
27.11. Wien (AT) - Stadthalle

 

Das Video zu "Paranormal"

 

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