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Zaire 74 - The African Artists | Das Festival von 1974 - erstmals auf Schallplatte zu erleben

Rumble In The Jungle - wer kennt das noch? Damit war der legendäre Boxkampf anno 1974 zwischen Mohammad Ali und George Foreman in Kinshasa, Zaire, gemeint (Weltmeisterschaft im Schwergewicht). Doch was hat das mit Musik zu tun? Erfahrt in dieser Rezension etwas über afrikanische Musikkultur und über einen preisgekrönten Dokumentar-Film.

 

Various - Zaire 74 / The African Artists (3 LP, 180g Vinyl)

Sie ist so ganz anders und doch so reizvoll für uns Europäer: die Welt auf dem afrikanischen Kontinent. Im Jahre 1974 aber schaute die ganze Welt in ein Land in Zentralafrikas: Zaire. Es sollte ein Weltmeisterschafts-Boxkampf stattfinden, der die Sportwelt begeisterte. George Foreman, bis dahin unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister, bekam es mit Mohammad Ali zu tun, der bereits Mitte der 60er auf dem Höhepunkt seiner Karriere war. Wie der Kampf ausging ist bekannt, nicht aber, in welchem Zusammenhang dies mit einem großen, dreitägigen Musikfestival steht.

 

Zaire 74 - The African Artists | Einmal König sein

Zaire 74 African Artists 180g VinylDie Welt in Afrika war in Bewegung - Revolution und Gegenrevolution, Umstürze und Unabhängigkeitsbewegungen ließen die Menschen in der ehemaligen Kolonie Belgisch-Kongo hoffen und verzweifeln. General Mobutu putschte 1965 und regierte fortan das Land, das erst in den 90ern einen Machtwechsel erlebte. Als dann 1974 die berühmten Boxer in den Ring stiegen, nutzten parallel die Musiker Afrikas diesen Höhepunkt, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Initiatoren des Festivals - Hugh Masekela und der Produzent Stewart Levine - wollten die Gunst der Stunde nutzen, um die Szene ins Rampenlicht der internationalen Musikwelt zu rücken. In Afrika waren manche der in dieser Dreifach-LP vorgestellten Interpreten bereits große Stars, ausserhalb des Kontinents jedoch kaum bekannt. Auch ich kannte zuvor von allen Namen dieses Albums nur einen: Miriam Makeba!

Das Musikfestival in Kinshasa zeigt uns heute hingegen, wie lebendig die Szene damals war. Da sind folkloristische Elemente selbstverständlich ebenso enthalten wie Rumba, Afro-Funk und -Soul. Mitreissende Rhythmen und Beats sorgen dafür, dass die Füße beim Zuhören in Bewegung bleiben. Und man bekommt eine Ahnung davon, was manche der Musiker mit ihrer Songs aussagen wollten. So z.B. die Band, die seinerzeit ein Heimspiel hatte - bei dem Orchestre Stukas steht zu „Biboma" folgender Satz: „Tod, was hast du getan? Du nahmst mir meinen Sohn, doch wenn du es mir mir versuchst, wirst du scheitern". Über diesen Zweckoptimismus und andere Sichtweisen dieser afrikanischen Interpreten und dem gesamten Geschehen kann man auf den Innenhüllen in umfangreichen Linernotes vieles nachlesen. Zaire 74 Hugh Masekela Stewart Levine

Der afrikanischen Musikwelt hat es seinerzeit leider nichts genützt, denn sowohl finanzielle und rechtliche Streitigkeiten sorgten dafür, dass das Festival international keine Beachtung fand. Erst 1996, als der US-Film „When We Were Kings" (Oscar 1997 für den besten Dokumentarfilm) erschien, wurde auch der musikalische Aspekt beleuchtet. Es waren Szenen des Festivals von Kinshasa zu sehen, allerdings vorrangig solche bekannter Stars wie James Brown, Jim Brown oder B. B. King, die auf diesem Sampler „Zaire 74 - The African Artists" natürlich nicht zu hören sind. Denn hier hat man - erstmals seit der Entstehung der Aufnahmen 1974 auf Schallplatte präsentiert - den Blick auf die Musik einheimischer Bands gerichtet.

„Zaire 74 - The African Artists", ein historisches Event des 22.-24. September 1974 ist erstmals als Musikdokument zu hören. Diese aufregende Reise in den afrikanischen Kontinent lässt die drei Tage im „Stadion des 20. Mai" lebendig werden und Musiker entdecken, die zu jener Zeit in ihrem Land bereits berühmt waren. Ein Stück Kulturgeschichte, gepackt auf drei Vinyl Schallplatten - sehr schön! Übrigens, die LPs wurden 2016 von keinem geringeren als Bernie Grundman gemastert - die Platten klingen ordentlich und sind sauber gepresst.

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 16. Juni 2017
Label: Wrasse Records
Bestell-Nummer: WRASS350
Pressung:
Inhalt: 180g Vinyl
Besonderheit: Klappcover, Innenhüllen bedruckt

 

Trackliste

Seite 1

1. Tabu Ley Rochereau And Afrisa - Introduction
2. Tabu Ley Rochereau And Afrisa - Celicia
3. Tabu Ley Rochereau And Afrisa - Salongo Part 1
4. Tabu Ley Rochereau And Afrisa - Salongo Part 2
5. Tabu Ley Rochereau And Afrisa - Annie

Seite 2

6. Abumba Masekini - Magali Ya Kinshasa
7. Abumba Masekini - Limbisa Nga
8. Abeti - Mobutu Praise Song 1
9. Abeti - Tuikale
10. Abeti - Liwela

Seite 3

11. Abeti - Traditional Folk Song
12. Abeti - Wandugo Wampenzi
13. Abeti - Bibile
14. Abeti - Mobutu Praise Song 2
15. Franco And T.P. O.K. Jazz - Introduction
16. Franco And T.P. O.K. Jazz - Nzoto
17. Franco And T.P. O.K. Jazz - Mosala

Seite 4

18. Franco And T.P. O.K. Jazz - Kasai
19. Franco And T.P. O.K. Jazz - Koni Ya Bonganga
20. Franco And T.P. O.K. Jazz - Balingaka Ngaite
21. Franco And T.P. O.K. Jazz - Mabuidi
22. Franco And T.P. O.K. Jazz - Instrumental Dance Chant
23. Franco And T.P. O.K. Jazz - Kizembike
24. Franco And T.P. O.K. Jazz - Lala Nzala
25. Franco And T.P. O.K. Jazz - Instrumental

Seite 5

26. Miriam Makeba - Umqhokozo
27. Miriam Makeba - Mobutu Praise Song
28. Miriam Makeba - West Wind
29. Miriam Makeba - Amampondo

Seite 6

30. Orchestre Stukas - Biboma
31. Orchestre Stukas - Cherie
32. Orchestre Stukas - Mobutu Praise Song
33. Orchestre Stukas - Elatina
34. Pembe Dance Troupe - Pembe Dance Song

 

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