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Portishead, Leftfield & Co. bekommen Konkurrenz aus deutschen Landen: Søjus1

Mit dem ganzen Elektronik-Kram kann ich nicht viel anfangen. Allerdings - Pink Floyd, Depeche Mode oder Schiller gefällt mir dann doch und das richtig gut. Also landet dann auch das Debütalbum der Dresdner Formation Søjus1 auf meinem Plattenteller und ich staune! Lest in der Rezension, warum mir diese Scheibe richtig Laune macht.

 

Søjus1 - Søjus1 / Debut (LP, 180g Vinyl)

Sojus1 Vinyl20 Uhr, bei uns sinkt angesichts des trüben Wetters die Motivation, noch wegzugehen. Ok, dann also Musik. Da war doch noch ne neue Scheibe, die ich noch nicht gehört habe - Søjus1. Hmm, noch nie gehört. Dunkles Cover, etwa eine norwegische Band, die sich bei ihrem Russlandbesuch einreden hat lassen, dass die ehemalige Sowjetunion doch die beste Raumfahrer-Nation war und deshalb der Name Sojus doch genau der Richtige sei! Nun, es war ein klein wenig anders, aber sei's drum. Die Nadel senkt sich in die Rille und mein Erstaunen beginnt.

1. Die Instrumentierung: Nicht nur Computer oder Synthies, sondern auch echtes Schlagzeug, Kontrabass und Gitarre. Ausserdem hören wir GastsängerInnen wie etwa Inéz Schaefer, die mich an Sinead O'Connor erinnert.

2. Der Klang: Das Mastering wurde analog durchgeführt, der Vinylschnitt entstand bei Calyx Berlin (Norman Nitzsche) - mit dem Ergebnis eines fetten, satten Sounds und einigen klanglichen Höhepunkten.

3. Die Pressung: man mühte keine Kosten und liess die Auflage bei Pallas mit 180g fertigen, inklusive gefütterter Innenhülle - die Qualität ist top!

Nun aber zurück zum Anfang:

 

Wer ist überhaupt Søjus1?

Sojus1 Debut Vinyl SchallplatteRalf Müller und Simon Arnold sind zwei junge Musiker aus Dresden, die jeweils durch einen unterschiedlich musikalischen Background kommen und quasi durch Zufall aufeinandertrafen. Ein gemeinsamer Freund, der an einer tödlichen Krankheit litt und sich über Texte und Gedichte damit auseinandersetzte, lud zu einer Abschiedsfeier mit Lesung ein, auf der sich Ralf und Simon kennenlernten. Hier fingen sich die Beiden den Virus ein, der schließlich in das gemeinsame Projekt Søjus1 mündete.

Es sollten aber noch unzählige Tage und Nächte im Proberaum und Studio vergehen, ehe die Songs genau die Qualität hatten, welche sich Ralf und Simon vorstellten. Heute, wenn man sich diese Debüt-LP anhört, erkennt man die Akribie in ihrer langen Arbeit. Ralf Müller, der eher auch aus dem Bereich der Clubmusik und Electronica kommt, erlebte mit dem Jazz-Schlagzeuger Simon Arnold die Inspiration, die letztendlich den großen Reiz dieses Albums ausmacht. Beide entwickelten Songstrukturen mit Samples und Rhythmen, verwarfen sie wieder oder bauten sie so lange um, bis ein unglaublich organisch wirkender Sound entstand.

Dritter im Bunde ist Sänger Dan Morro, der auch an den Kompositionen beteiligt war. Hinzu kamen einige Gäste, die das soundtechnische Spektrum auf spannende Weise erweiterten. Man darf sich diese zehn Stücke etwa wie eine Mischung aus Electronica, Leftfield, Trip-Hop, Postrock und Ambient vorstellen, bei dem das Spektrum von Pink Floyd (insbesondere das starke „026") bis Portishead, Leftfield, Radiohead oder Massive Attack reicht. Das klingt spacig, relaxed, cool, reif und irgendwie abgebrüht - so als wäre „Søjus1" ihr spätes Meisterwerk anstatt einem Erstling. Die Musik wirkt intelligent arrangiert und doch kann man sich ihr entspannt widmen, denn sie wirkt nie anstrengend. Vielmehr ist man von Song zu Song gespannt, was als nächstes kommt. Übrigens, man beließ die Nummern zu den Songs und gab ihnen bewusst keine Titel. Letztendlich hat man damit eine tatsächliche Chronologie ihres Entstehens - auch ein Teil der Philosophie, die hinter diesem klasse Schallplatte steckt.

 

Fakten

Erstveröffentlichung: 2016
Label: Sonorous
Bestell-Nummer: SOJUS1.1.2
Pressung: Pallas
Inhalt: 180g Vinyl

 

Besetzung

Simon Arnold - Drums
Simon Arnold & Ralf Müller - Piano & Keyboards, Streicher- und Bläserarrangements
Ralf Müller - Synthesizer, Sampler, Gitarre, Bass
Dan Morro (i Am Halo) - Gesang "003", "006", "008"
Inéz Schaefer - Gesang "030"
Michael Noack - Sprecher "013"
Christoph Hutter - Kontrabass "003", "013"
Lev Leopoldowitzsch - Background Vocals "030"

 

Trackliste

Seite 1

1. 003    4:39
2. 026    4:12
3. 005    4:32
4. 006    6:37
5. 032    1:04

Seite 2

6. 013    7:08
7. 007    2:00
8. 030    4:05
9. 008    5:52
10. 018    2:53

 

Das Video

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